Lippische Landes-Zeitung: Nachrichten aus Lippe, OWL und der Welt

Paderborn

Paderborner Sprinterin Tatjana Pinto erreicht Olympia-Halbfinale

Tokio/Paderborn. Tatjana Pinto hat bei den Olympischen Spielen in Tokio ihr erstes Etappenziel erreicht. So zog die 29-jährige Sprinterin vom LC Paderborn am Freitag ins Halbfinale über 100 Meter ein. In 11,16 Sekunden landete sie in ihrem Vorlauf auf Rang drei. Nur die Jamaikanerin Elaine Thompson-Herah (10,82) und die Schweizerin Mujinga Kambundji (10,95) waren schneller. In der Runde der besten 24 ist Pinto nun am Samstag, 31. Juli, um 12.15 Uhr deutscher Zeit im Einsatz. Dann steigt der erste von drei Halbfinalläufen.

Die viermalige Paderborner Sportlerin des Jahres bekommt es in eben jenem Halbfinale mit Weltklasse-Assen wie Doppel-Olympiasiegerin Elaine Thompson-Herah, Blessing Okagbare (Nigeria) und Dina Asher-Smith (Großbritannien) zu tun. Nur die Erst- und Zweitplatzierte ziehen direkt in den Endlauf ein. Hinzu kommen die beiden Zeitschnellsten der drei Halbfinal-Rennen.

Die Qualifikation fürs Finale der besten Acht, das an diesem Samstag um 14.50 Uhr (MEZ) ansteht, wäre eine Sensation. Doch eine persönliche Bestzeit wäre für Tatjana Pinto bei einem optimalen Rennen drin. Die Bahn im Olympiastadion von Tokio ist offenbar ziemlich schnell. Und so könnte die Paderbornerin vielleicht erstmals bei regulären Windbedingungen unter elf Sekunden bleiben.

Mit ihrem Vorlauf ist die 29-Jährige trotz der beachtlichen Zeit jedenfalls nur bedingt zufrieden. "Ich habe es mir noch ein bisschen besser vorgestellt. Vor allem habe ich den Start ziemlich verpennt", urteilt Pinto. Thompson-Herah und Kambundji, die auf den beiden Bahnen neben ihr liefen, zogen schnell weg. "Aber ich bin ruhig geblieben, haben mein Rennen gemacht und hintenraus habe ich mich wohlgefühlt", sagt die Vorzeige-Athletin vom LC Paderborn.

Schweizerinnen setzen ein Ausrufezeichen

Bereits in den Vorläufen blieben sechs Sprinterinnen unter elf Sekunden, darunter Ajla del Ponte. Die Schweizerin verbesserte den neuen Nationalrekord von Mujinga Kambundji (10,95) nur wenige Minuten später auf 10,91 Sekunden und ist nun im Halbfinale eine von Tatjana Pintos Gegnerinnen. Die Schweiz setzte damit auch ein Ausrufezeichen für die 4x100-Meter-Staffel, doch auch die deutschen Frauen scheinen in guter Form zu sein.

So gewann die deutsche Meisterin Alexandra Burghardt trotz kleiner technischer Fehler in 11,08 Sekunden ihren Vorlauf. Die 27-Jährige von der LG Wacker Burghausen will nun im Halbfinale die magische Elf-Sekunden-Marke in Angriff nehmen. Das gilt auch für Tatjana Pinto, deren persönliche Bestzeit bei exakt elf Sekunden steht. "Ich habe noch eine Chance. Und diese Chance werde ich nutzen", betont die Paderborner Sprinterin.

Information

Deutsches Duo auf den Rängen 13 und 18


  • Die 100 Meter der Frauen boten im Olympiastadion von Tokio bereits in den Vorläufen Topzeiten. Schnellste war Marie-Josée Ta Lou. Die 32-Jährige von der Elfenbeinküste stellte in 10,78 Sekunden einen Afrika-Rekord auf. Dahinter folgten die Jamaikanerinnen Elaine Thompson-Herah (10,82) und Shelly-Ann Fraser-Pryce (10,84), gefolgt von den überraschend starken Schweizerinnen Ajla del Ponte (10,91) und Mujinga Kambundji (10,95).
  • Tatjana Pintos 11,16 Sekunden reichten in der Addition der Zeiten für Rang 18. Ihre deutsche Teamkollegin Alexandra Burghardt reihte sich in 11,08 Sekunden auf Platz 13 ein. Insgesamt 54 Sprinterinnen waren in den Vorläufen an den Start gegangen.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2026
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.