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Europa

Impfpflicht - wo was für wen gilt: Welche Vorgaben gibt es für Touristen in Europa?

Bielefeld. Ab Februar müssen Italiener, die über 50 Jahre alt sind, Strafe zahlen, wenn sie nicht geimpft sind. Auch für jüngere Landsmänner verschärfen sich die Maßnahmen, wenn sie ungeimpft sind. Im Nah- und Fernverkehr, in Restaurants und Hotels, fast überall gilt die 2G-Regel. Rein darf also nur, wer geimpft oder genesen ist. Auch ins Land? Das scheint viele deutsche Urlaubswillige zu interessieren: Laut einer Auswertung der Suchmaschine Google forschten dort in dieser Woche 450 Prozent mehr Deutsche nach der Kombination der Begriffe "Italien Impfpflicht Touristen". Was also gilt? Und wie sieht es in anderen Ländern Europas aus?

Für Geimpfte und Genesene reicht in vielen Ländern (Belgien, Frankreich, Kroatien, Malta, Niederlande, Polen, Slowenien, Spanien, Türkei) für die Einreise ein Nachweis. In anderen Ländern brauchen auch Immunisierte einen Testnachweis (Dänemark, Finnland, Griechenland, Irland, Italien, Norwegen, Portugal, Schweden, Schweiz). Ungeimpfte müssen mehr Vorgaben beachten, häufig in Quarantäne und können in vielen Ländern, je nach Ausweitung der 2G-Regeln, dort wenig unternehmen. Da sich aufgrund der jeweiligen Infektionslage vor Ort täglich die Regeln ändern können, empfiehlt sich vor jeder Reise ein Blick auf die Internetseite des Auswärtigen Amts. Ein kleiner Überblick über fünf Sonderwege:

Italien

Italien wird seit Jahresanfang als Hochrisikogebiet eingestuft. Das Auswärtige Amt warnt darum vor "nicht notwendigen, touristischen Reisen". Jeder, egal ob immunisiert oder nicht, muss seine Einreise digital anmelden. Ebenso müssen alle vor der Einreise einen Schnelltest (24 Stunden gültig) oder PCR-Test (48 Stunden gültig) machen. Ungeimpfte müssen sich trotz Test fünf Tage lang in Quarantäne begeben, die örtliche Gesundheitsbehörde informieren und sich nach der Quarantänezeit erneut testen lassen. Kinder unter sechs Jahren brauchen keinen Testnachweis. Minderjährige, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen nicht in Quarantäne, wenn ihre Eltern immunisiert sind. Ebenso wie für die Italiener gilt im Land auch für Touristen 2G. Reisende, die aus einem Risikogebiet heimkehren, "sind verpflichtet, die digitale Einreiseanmeldung unter https://www.einreiseanmeldung.de auszufüllen und die erhaltene Bestätigung bei Einreise mit sich zu führen", so das Robert-Koch-Institut. Ungeimpfte brauchen einen Testnachweis und müssen sich für zehn Tage in häusliche Quarantäne begeben.

Österreich

Genau wie in Italien gilt in Österreich in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens die 2G-Regel - auch beim Zugang zu Hotels oder Restaurants. Deutsche müssen ihre Einreise digital anmelden. Geimpfte und Genesene müssen in Quarantäne, wenn sie keinen negativen PCR-Test (maximal 72 Stunden alt) vorlegen können. Geboosterte brauchen keinen Test. Ungeimpfte müssen sich zehn Tag in Quarantäne begeben. Ab dem fünften Tag besteht die Möglichkeit, sich freizutesten. Für die Rückreise gibt es aktuell keine Vorgaben. Ab Sonntag gilt allerdings auch Österreich wieder als Hochrisikogebiet. Das teilte das Robert Koch-Institut an diesem Freitag mit. Ausgenommen davon sind die Gemeinden Mittelberg und Jungholz sowie das Rißtal im Gemeindebiet von Vomp sowie Eben am Achensee.

Luxemburg

Ebenso wie Italien wird auch Luxemburg als Hochrisikogebiet eingestuft, hier gelten also die gleichen Maßnahmen bei der Rückreise nach Deutschland. Für die Einreise gibt es dagegen für niemanden Vorgaben, solange sie über den Landweg erfolgt. Denn, so erklärt es das Auswärtige Amt, "zwischen Luxemburg und Deutschland finden keine Grenzkontrollen statt". Wer mit dem Flugzeug einreist, muss einen Nachweis der Impfung oder Genesung dabei haben. Ungeimpfte müssen einen PCR-Test (nicht älter als 72 Stunden) oder Schnelltest (nicht älter als 48 Stunde) vorweisen können. Im Land gilt fast überall die 3G-Regel.

Finnland

Ungeimpften ist die touristische Einreise verboten. Auch Finnland gilt als Hochrisikogebiet. Bei der Rückreise nach Deutschland sind also auch für Urlauber im Norden Regeln zu beachten. In Finnland gilt auch Deutschland als Hochrisikogebiet. Daher brauchen Geimpfte oder Genesene bei der Einreise einen maximal 48 Stunden alten negativen Schnell- oder PCR-Test. Regional gelten im Land unterschiedliche Regeln.

Großbritannien, Nordirland, Wales, Schottland

"Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland, die britischen Überseegebiete einschließlich Gibraltar, die Isle of Man und die Kanalinseln wird derzeit gewarnt", so das Auswärtige Amt. Denn auch sie gelten als Hochrisikogebiete. Einreisende müssen sich digital anmelden. Geimpfte müssen spätestens am zweiten Tag nach der Einreise einen PCR- oder Schnelltest machen. Diese Testregel gilt auch für Minderjährige ab fünf Jahren.

Ähnliche Regeln gelten in Wales, Nordirland und Schottland. Ungeimpfte müssen für die Einreise einen maximal 48 Stunden alten negativen Schnell- oder PCR-Test haben. Zusätzlich müssen sie laut Auswärtigem Amt "zwei weitere PCR-Tests jeweils bis zum zweiten Tag und ab dem achten Tag nach Einreise durchführen und sich in eine zehntägige häusliche Quarantäne begeben mit der Möglichkeit einer Freitestung am fünften Tag nach Einreise". In Schottland kann man sich nicht freitesten. Minderjährige ab fünf Jahren müssen nicht in Quarantäne. "Minderjährige Kinder im Alter von 4 Jahren und jünger sind von allen Test- und Quarantäneregeln befreit", so das Amt.

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