Bielefeld. Keuchhusten ist wieder auf dem Vormarsch – auch in OWL. Laut aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) sind mehr als die Hälfte aller registrierten Fälle aus Westfalen-Lippe. 366 gemeldete Keuchhustenfälle gab es in Nordrhein-Westfalen insgesamt. Doch was muss im Zusammenhang mit Keuchhusten beachtet werden? Ein Überblick.
Was ist Keuchhusten und welche Symptome gibt es bei einer Infektion?
Keuchhusten wird durch ein Bakterium mit Namen Bordetella pertussis übertragen, erklärt die Allgemeine Ortskrankenkasse in einer Pressemitteilung (AOK). Nach einer Inkubationszeit von ein bis maximal drei Wochen treten Symptome wie Hustenanfälle, Atemnot, angeschwollene Atemwege und Erbrechen auf. Die Erkrankung ist hochansteckend sowie langwierig und dauert in der Regel einige Wochen bis Monate an.
Bei wem kommt Keuchhusten besonders häufig vor?
Die Krankheit tritt vorwiegend im Kindes- und Jugendalter auf. Besonders häufig erkranken Säuglinge in den ersten sechs Monaten. Doch gerade im ersten Lebensjahr stellt der Keuchhusten eine ernste gesundheitliche Bedrohung für Kinder dar.
Für wen ist eine Keuchhustenimpfung besonders sinnvoll?
Keuchhustenimpfungen sollten zum frühesten Zeitpunkt erfolgen. Das ist laut AOK im dritten Lebensmonat. Auffrischungsimpfungen sind im Alter von fünf bis sechs Jahren sinnvoll. Impfungen gegen Keuchhusten gehören zu den Kombinationsimpfungen, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen werden. Zu beachten ist: Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen für ihre Versicherten die Impfung.
Nach der letzten aktuellen STIKO-Veröffentlichung aus Dezember 2022 liegt die Impfquote für die Grundimmunisierung bei Kindern nach drei Impfstoffdosen gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis bis zum Alter von 15 Monaten bundesweit bei 87,0 Prozent, in Westfalen-Lippe bei 89,4 Prozent.
Sollten sich Schwangere impfen lassen?
Auch schwangere Frauen sollten sich gegen Keuchhusten impfen lassen. Der Grund: Bei einer Impfungin der Schwangerschaft übertragen sich die von der Mutter gebildeten Antikörper auf den Fötus. Ein Neugeborenes ist ohne Impfung den Viren schutzlos ausgeliefert.
Empfohlen wird die Impfung gegen Keuchhusten zu Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels ab der 28. Schwangerschaftswoche. Besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt, sollte die Impfung ins zweite Schwangerschaftsdrittel vorgezogen werden. Auch für Kontaktpersonen im Haushalt von Neugeborenen ist die Impfung empfohlen.
Wie häufig erkrankten Menschen in den vergangenen Jahren an Keuchhusten?
2022 erkrankten in NRW 193 Menschen an Keuchhusten, in Westfalen-Lippe 126. Vor der Pandemie wurden in NRW deutlich mehr Fälle gemeldet. 2019 insgesamt 1.731 Fälle, in Westfalen-Lippe waren es 839. „Die Corona-Pandemie hatte einen großen Einfluss auf das Infektionsgeschehen. Nach dem Tiefstand in der Pandemie aufgrund von Abstands- und Hygieneregeln sind viele Infektionskrankheiten jetzt wieder auf dem Vormarsch. Die Ansteckung erfolgt bei Keuchhusten über kleinste Tröpfchen, die beim Husten oder Niesen versprüht werden“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann.