Bielefeld. Große Aufregung herrschte am Montagmorgen auf dem Schulhof der Sekundarschule Königsbrügge an der Fritz-Reuter-Straße. Nach ersten Informationen habe es angeblich eine Schlägerei zwischen Jugendlichen gegeben und ein Schuss sei gefallen. Einer der Beteiligten hatte dabei angeblich mit einer Gas- und Schreckschusspistole geschossen. Die Polizei rückte mit fünf Streifenwagen an. Zunächst stand der Verdacht im Raum, es habe eine Auseinandersetzung zwischen Neuntklässlern gegeben haben. Dabei soll es zum Einsatz einer Schusswaffe gekommen sein. Polizeisprecher Michael Kötter bestätigte zunächst, dass der Einsatz am Montag, 17. November, gegen 9.30 Uhr am Morgen an der Fritz-Reuter-Straße stattgefunden hatte. Neue Erkenntnisse der Bielefelder Polizei Am Mittwochmittag, 19. November, teilte Polizeisprecher Michael Kötter mit, dass neue Erkenntnisse den Vorgang in einem ganz anderen Licht dastehen lassen als zunächst vermutet. „Nach unserem derzeitigen Wissensstand habe es keine Auseinandersetzung an der Schule zwischen Jugendlichen gegeben“, sagte Michael Kötter im Gespräch mit nw.de. Demnach hätten zwei Jugendgruppen beieinandergestanden und dabei solle die Waffe präsentiert worden sein. „Dabei soll sich der Schuss versehentlich gelöst haben, es sei nicht gezielt geschossen worden sein“, so Kötter weiter. Allerdings wurde bei der Schussabgabe ein Jugendlicher leicht verletzt. Warum ein Jugendlicher überhaupt mit einer Schreckschusswaffe auf dem Schulhof unterwegs war, bleibt unklar. „Es gibt klare Regeln an Schulen. Dazu gehört auch, dass Waffen in Schülerhänden und an Schulen nichts verloren haben. Neben der Polizei sind auch die Schulen stark dran interessiert, dass diese Regeln eingehalten werden. Insbesondere die Waffenverbote.“ Die Polizei ermittelt nun gegen einen Schüler der Sekundarschule. Die Tatwaffe war für die Beamten nicht mehr auffindbar. Eine Suche nach der Pistole im Gebüsch neben der Turnhalle endete ohne Ergebnis. Das Gerücht, dass sich ein Schüler selbst angeschossen haben soll, um die Schlägerei damit zu beenden, kann die Polizei nicht bestätigen. Nach dem Schuss deeskaliert die Schulhofaufsicht Am Dienstag erhielten die Eltern der Schule einen Brief der Schulleitung, in dem sie über den Vorfall informiert werden. Darin heißt es: „Offenbar hat ein Schüler unserer Schule verbotenerweise eine Schreckschusspistole mit sich geführt und einen Schuss ausgelöst. Gott sei Dank kam es zu keinen ernsthaften Verletzungen bei den Umstehenden und die aufsichtsführenden KollegInnen konnten die Situation umgehend angemessen deeskalieren.“ Später soll die Polizei versichert haben, dass zu keiner Zeit eine ernsthafte Gefahr bestand, heißt es weiter. Um die Ermittlungen der Polizei zu unterstützen, hofft die Schulleitung auf weitere Informationen und Hinweise aus der Schülerschaft. Die ersten Aussagen zu dem Vorfall hatten sich zum Teil sehr stark widersprochen. Das sei auch der Grund dafür gewesen, warum die Schulleitung die Eltern erst am Dienstag über den Vorfall informieren konnte. Bielefelder Schule kündigt Ordnungsmaßnahmen an Die Schulleitung stehe weiterhin im engen Kontakt mit der Polizei und der als Schulaufsicht zuständigen Bezirksregierung in Detmold. Man wolle auch von schulischer Seite alles unternehmen, um diesen Vorfall aufzuklären und entsprechende Ordnungsmaßnahmen auszusprechen.