Bad Lippspringe. Die Macher setzen auf die Magie von sieben Zentimetern gefrorenen Wassers. So dick soll die Eisschicht sein, wenn am Freitag um 14 Uhr die erste große Eisbahn Bad Lippspringes zum entspannten Schlittschuhlaufen einlädt. Die Fleischerei Paul Schröder realisiert ein schon mehrere Jahre geplantes Projekt, will damit das Café Waldgrün in der Gartenschau beleben und in der Stadt einen ganz neuen Winterspaß bieten. Die Eisfläche ist 20 Mal 12,5 Meter groß, also stattliche 250 Quadratmeter. Die Bahn versteckt sich direkt neben dem Café unter einem Zelt, damit Besucher auch bei schlechtem Wetter übers Eis gleiten können. „Das war ein Tipp vom Vermieter der Eisbahn“, sagt Kerstin Schröder. Ihr Mann Paul-Michael Schröder ist der Ideengeber für Lippspringes Eiszauber - die Familie und viele Beschäftigte sind auch mit an Bord, um die Tiefkühl-Idee umzusetzen. Seit vergangenem Samstag wird auf die von einem strombetriebenen Kühlaggregat temperierte Fläche regelmäßig Wasser verteilt. „Wir müssen zwischen 8 und 20 Uhr alle 30 Minuten etwa 300 bis 400 Liter aufbringen, um das Eis fertig zu bekommen“, sagt Kerstin Schröder. Nach Ende der Eisbahnwochen am 11. Januar soll das getaute Wasser dann in Pflanzflächen der Gartenschau versickern. Unternehmer setzt auf Marktlücke im Kreis Paderborn Die Mitarbeiter geben bis dahin alles, damit das Projekt nach langer Vorgeschichte ein Erfolg wird. „Vor ungefähr sechs Jahren wollten wir schon eine Eisbahn vor dem Rathaus aufbauen, aber dafür gab es keine politische Mehrheit“, erinnert sich Paul-Michael Schröder. Jetzt ist es endlich soweit. Dabei will er selbst gar nicht Schlittschuhlaufen, vielmehr setzt der Unternehmer auf eine Marktlücke in der Badestadt und geht dafür allein ins unternehmerische Risiko. An Ideen mangelt es ihrem Mann nicht, sagt Kerstin Schröder: „Wenn er nicht Metzger wäre, müsste er als Event-Manager arbeiten.“ Großer Pluspunkt für den Macher: Er kann auch seine beiden Töchter beglücken, denn ihnen haben die Eltern ein paar Exklusivzeiten auf der Fläche versprochen. Die Schröders haben neben dem Waldgrün und der Gartenschau jahrelange Catering-Erfahrung. Diese setzen sie nun auch an der Eisbahn um. Weil das Café keine eigene Küche hat, wird eine mobile Bude aufgestellt. Dort werden zwei Suppen sowie sieben deftige Hauptgerichte hergestellt. Im Café können sich die Gäste aufwärmen sowie Speisen und Getränke verzehren. Auch einen Glühweinstand soll es geben. Besonderheit: In den Café-Innenräumen im Schatten des Eisbahnzeltes sind zwei Kunststoffbahnen zum Eisstock-Schießen aufgebaut. „Wir haben schon viele Anmeldungen, es hat sich als Gruppen-Event in der Adventszeit schon rumgesprochen“, freut sich Kerstin Schröder auf jede Menge Gaudi. Eigene Schlittschuhe können genutzt werden Wie das Indoor-Eisstock-Schießen kann auch die Eisbahn vorab online (gartenschau-badlippspringe.de) gebucht werden, von Schulen in Vormittagszeiträumen. „Es sind jedoch nur noch wenige freie Schul-Termine übrig. Klassen aus dem gesamten Kreisgebiet haben sich angemeldet und freuen sich aufs Schlittschuhlaufen“, sagt Café-Leiterin Stephi Millard. Für sie und für alle einzeln anreisenden Kufenfans gilt: Zwar hat das Team vom Lippstädter Eisbahn-Vermieter Damerow 180 Paar neuwertige Leih-Schlittschuhe (kostenpflichtig, Größen 25 bis 49) mitgeliefert, wer aber eigene hat, kann sie gerne mitbringen. Auch zur Eisdisco, die jeden Donnerstag von 17 bis 20 Uhr für beste Laune sorgen soll. Den Organisatoren ist die adventliche Vorfreude deutlich anzumerken, aber auch die Ungewissheit darüber, wie das Angebot angenommen wird. „Das Schlittschuhlaufen ist ja bei uns nicht mehr so präsent, darum können wir schwer einschätzen, wie viele Kunden kommen“, sagt Stephi Millard. In Paderborn schloss die Eishalle im Gewerbegebiet Mönkeloh Anfang 2018 ihre Tore. Die Schröders wissen, dass Besucher neben dem Eintritt für die Eisbahn auch den Zugang zur Gartenschau zahlen müssen. Doch sie sind komplett überzeugt von der Anziehungskraft der winterlichen Neuheit in Bad Lippspringe.