2014 erschien mit “The Talos Principle” ein tolles Puzzlespiel, das verschiedene Epochen unserer Menschheit mit dem Thema verbindet, was es für Roboter bedeuten könnte, menschlich zu werden. Nun folgt im November der zweite Teil, der diese Geschichte weitererzählt. Wir konnten eine frühe Version von “The Talos Principle 2” testen.
Im ersten Teil war die Menschheit durch einen Virus längst ausgelöscht worden, und wir erforschten als Roboter mit einem vermeintlich menschlichen Bewusstsein eine Welt voller Rätsel, die zum Teil sehr schwer waren. Dabei mussten wir Tetrominos einsammeln – so nennt man die aus vier Würfeln bestehenden geometrischen Formen, die jeder aus dem weltberühmten Spiel “Tetris” kennt. Dafür verstellten wir Kisten, (de-)aktivierten Maschinen und Türen und enthüllten nach und nach eine sehr philosophische Geschichte.
“The Talos Principle 2” beginnt ähnlich, und wir hatten kurz die Befürchtung, dass es einfach nur mehr vom Alten ist. Wieder sind wir ein Roboter in einem ägyptisch angehauchten Labyrinth und sammeln Tetrominos ein. Aber schon kurz nach der Einführung entfaltet sich eine neue Geschichte: Wir sind der neueste Bewohner der Stadt New Jerusalem, die ein wenig wie eine gigantische Hotelanlage wirkt. Und mit uns wurde das Planziel erreicht: 1.000 Roboter sollten erschaffen werden, danach wird es keine neuen Einwohner geben. Aber nicht jeder ist mit dieser Entscheidung einverstanden. Welchen Sinn hat es, die Einwohnerzahl zu beschränken? Mittels umfangreicher Gespräche können wir uns in die philosophische Diskussion einmischen, die den Verlauf des Spiels beeinflussen wird.
Ungleich komplexere Aufgaben als im ersten Teil
Und dann taucht auch noch eine geheimnisvolle Insel auf. Wir begeben uns also mit einer Gruppe Roboter auf eine Expedition, um diese Insel zu erforschen. Hier erwarten uns wieder viele Rätsel, die eng verknüpft sind mit den philosophischen Fragen aus der Stadt. Die Aufgaben sind ungleich komplexer als im ersten Teil. Neben den bekannten Apparaten gibt es nun unter anderem Portale, Strahlen müssen über mehrere Ebenen umgeleitet werden und Farben gemischt werden (glücklicherweise gibt es in den Spieloptionen Anpassungsmöglichkeiten für Personen, die Farben anders wahrnehmen).
Die Rätsel sind immer noch sehr schwer, aber die Entwickler haben das Vorankommen in der Geschichte vereinfacht. Nicht mehr alle Rätsel müssen gelöst werden, außerdem können wir mit einer Scherbe Rätsel überspringen und später lösen.
Die Grafik ist, dank Unreal Engine 5, eine echte Wucht. Noch nie haben wir in einem Puzzlespiel eine so schöne Welt um uns herum gesehen. Auch der Sound und die Musik überzeugen uns. Ein großer Wermutstropfen ist aber, dass es keine deutsche Sprachausgabe gibt. Die war im ersten Teil ebenfalls sehr gut.
Wir freuen uns aber trotzdem, bald die Welt und Geschichte komplett erforschen zu können. “The Talos Principle 2” erscheint am 2. November für PC, Xbox Series X/S und Playstation 5 und kostet rund 30 Euro..