Lange vor „Red Dead Redemption” gab es bereits 1997 mit „Outlaws” einen Shooter im Western-Genre, an den sich Fans heute noch gerne zurückerinnern. Vor Kurzem erschien ein Remaster des Spiels, das wir uns genauer angeschaut haben.
Inhaltlich bleibt hier alles beim Alten: Der ehemalige Marshall James Anderson lebt mit seiner Frau und Tochter auf einer kleinen Farm, die den Eisenbahn-Plänen des Geschäftsmannes Bob Graham im Weg steht. Graham schickt seine Handlanger, um Anderson vom Verkauf zu überzeugen. Dieser ist gerade nicht zu Hause, und der besonders fiese Handlanger Dr. Death tötet Andersons Frau und entführt dessen Tochter.
Also verfolgen wir als Marshall die Entführer, um unsere Tochter zu befreien. Diese Reise führt uns durch verwinkelte Canyons, Westernstädte und sogar auf einen Zug.
Ein Klassiker im etwas öden, neuen Gewand
Spielerisch fühlt sich „Outlaws + Handful of Missions: Remaster” nach wie vor wie ein schneller Shooter der späten 90er an. Das Remaster konzentriert sich darauf, die bekannte Story und ikonische Western-Folklore zu bewahren, ohne sie modern umzuschreiben. Gegner verhalten sich simpel, aber entschlossen. Leider nerven ihre markigen Sprüche auf Dauer ein wenig, da sie sich zu oft wiederholen.
Die Level sind verwinkelt und laden zum Entdecken ein. Immer wieder jagen wir mehrfach durch bereits besuchte Orte, um Schlüssel zu suchen und eine Tür in den nächsten Abschnitt zu öffnen. Am Ende eines Levels wartet dann ein besonders starker Cowboy, den wir erledigen, um in einer Cutscene zu erfahren, dass unsere Tochter nicht hier ist.
Damit gewinnt man heute keinen Blumentopf mehr, die Besonderheiten des Spiels ergeben sich daher aus verschiedenen Bausteinen. Die toll gezeichneten Zwischensequenzen erzählen eine packende Western-Geschichte. Spielelemente wie das Nachladen der eigenen Waffen sowie der Scharfschützenmodus waren damals ein Novum, das gab es im noch jungen Genre der First Person Shooter so noch nicht.
Ganz besonders hervorzuheben ist aber die Musik von Clint Bajakan, die die Atmosphäre eines Spaghetti-Westerns nahezu perfekt einfangen. Stücke wie das namensgebende „Outlaws” oder „The Ballad of Dr. Death” liefen die vergangenen Wochen auch außerhalb der Spielzeit über unsere Kopfhörer.
Unser Fazit zu „Outlaws + Handful of Missions: Remaster”
“Outlaws + Handful of Missions: Remaster” macht nach wie vor Spaß, hätte aber abseits der höher aufgelösten Texturen und Gegner-Sprites ruhig etwas mehr Liebe vertragen können. So hätten wir uns 3D-Modelle der Gegner oder verbesserte Licht- und Schatteneffekte gewünscht.
Am Ende ist „Outlaws + Handful of Missions: Remaster” ein sorgfältig restauriertes Stück Videospielgeschichte. Es ist ein Spiel für Fans des Western-Genres oder Spieler, die das Original kennen und sich nicht durch technische Altlasten quälen wollen.
Schön ist ebenfalls, dass sich auch Konsolenbesitzer auf die Jagd nach Dr. Death machen können. Dank Crossplay kann man sich auch plattformübergreifend in verschiedenen Multiplayer-Modi wie Deathmatch oder Capture The Flag austoben.
„Outlaws + Handful of Missions: Remaster” ist seit dem 20. November 2025 für PC, Xbox Series X|S, Playstation 5 und Nintendo Switch erhältlich und kostet rund 30 Euro.
Transparenzhinweis: Für den Test wurde uns vom Publisher ein kostenloser Review-Code zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf unsere Wertung. Wir haben das Spiel auf dem PC getestet.