Bundesliga hautnah: Kinder aus Lippe dürfen mit SCP-Kickern aufs Feld

Sebastian Lucas

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Im Rampenlicht: Die Spieler der JSG SV Diestelbruch-Mosebeck-Klüt-Wahmbeck vor den Profis des SCP: (von links) Paderborn-Kapitän Klaus Gjasula mit Liam Will, Leopold Zingerle mit Joshua Will, Ben Zolinski mit Christoph Meise, Jamilu Collins mit Nick Kraft, Sebastian Vasiliadis mit Lias Weyck, Mohamed Dräger mit Liron Maryniok, Luca Kilian mit Josia Brandt, Sebastian Schonlau mit Ben-Kaleb Rahn, Cauly Oliveira Souza mit Tim Budde, Kai Pröger mit Ole Hoffmann, Sven Michel mit Hannes Schmittinger. Das Kind, das mit Maskottchen Holly einläuft, gehört nicht zur JSG. - © Sebastian Lucas
Im Rampenlicht: Die Spieler der JSG SV Diestelbruch-Mosebeck-Klüt-Wahmbeck vor den Profis des SCP: (von links) Paderborn-Kapitän Klaus Gjasula mit Liam Will, Leopold Zingerle mit Joshua Will, Ben Zolinski mit Christoph Meise, Jamilu Collins mit Nick Kraft, Sebastian Vasiliadis mit Lias Weyck, Mohamed Dräger mit Liron Maryniok, Luca Kilian mit Josia Brandt, Sebastian Schonlau mit Ben-Kaleb Rahn, Cauly Oliveira Souza mit Tim Budde, Kai Pröger mit Ole Hoffmann, Sven Michel mit Hannes Schmittinger. Das Kind, das mit Maskottchen Holly einläuft, gehört nicht zur JSG. (© Sebastian Lucas)

Paderborn. „Es ist ein ganz toller Tag gewesen. Die Kinder waren begeistert." So lautete das Fazit von Matthias Radke, der zusammen mit Alex Weyck für die F-Junioren-Fußballer der JSG SV Diestelbruch-Mosebeck-Klüt-Wahmbeck verantwortlich zeichnet. Radke hatte beim LZ-Gewinnspiel „SC Paderborn" mitgemacht und triumphiert.

Mehr als 100 Bewerbungen gab es für die „Mannschaftsfahrt zur Benteler-Arena". Hier durfte das Siegerteam – 18 Spieler und 4 Begleitpersonen – die Fußball-Bundesliga live und hautnah erleben. Mit 1:2 verlor der SCP am Samstag in der fast ausverkauften Benteler-Arena gegen den 1. FSV Mainz 05. Die jungen Kicker störte das nur am Rande.

Die Vorbereitungen: Als Radke aus der LZ-Marketingabteilung die Information erhielt, dass er mit seinem Team nach Paderborn fahren dürfe, habe er sich „sehr gefreut. Auf gut Glück hatte ich mitgemacht." Die Nachricht gab der Trainer gleich an die Eltern weiter, die von „mega-glücklichen Kindern" berichteten. Um zu ermitteln, welche elf Spieler an den Händen der SCP-Profis in Stadion einlaufen dürfen, ließ Radke Lose ziehen. „Es wollten nicht alle, einigen war das zu unheimlich", verriet Stefan Meise, der seinen Sohn Christoph (6) begleitete. Enttäuschte Gesichter gab es keine, denn die JSG entschied, dass sie die 22 Karten, die eigentlich für jeweils elf Spieler und Begleitpersonen vorgesehen waren, an 18 Kinder und vier Erwachsene verteilten. Neben den Trainern Matthias Radke und Alex Weyck passten Philip Schmermund und Edith Will auf die Kinder auf. Stefan Meise kaufte sich zusätzlich eine Karte für das Mainz-Spiel.

Die Anreise: Der JSG-Tross traf sich um 11.45 Uhr am Dörenwaldstadion in Diestelbruch und fuhr mit fünf Autos nach Paderborn. „Christoph freute sich riesig auf diesen Tag. Zusammen waren wir noch nie bei einem Fußball-Bundesliga-Spiel. Ich bin mal in Paderborn gewesen, als Effenberg hier noch Trainer war. Heute sind die Eltern aufgeregter als die Kinder", sagte Stefan Meise. LZ-Redakteur Sebastian Lucas sah die Mannschaft schon aus der Ferne, wie sie in Zweierreihen über den Parkplatz zum Treffpunkt liefen. Als die Gruppe den LZ-Wagen sah, winkten fast alle bestens gelaunt. Die JSG-Spieler trugen rote Trainingsanzüge.

Die Stadiontour: Franziska Klocke (SCP-Geschäftsstelle) führte die LZ-Gewinner durch die Benteler-Arena. Seit 2008 ist das Stadion die Heimspielstätte des SC Paderborn, 15.000 Zuschauer fasst es. Die Mannschaft lernte die VIP-Räume und den Presseraum kennen, ging durch den Spielertunnel und zu den Kabinen. Letzte Station vor dem Mittagessen – es durfte neben einem Getränk zwischen Pommes, Bratwurst und Brenzel gewählt werden – war die Polizeizelle.

Interessante Infos: Laut Franziska Klocke benötigte die Polizei die Zelle in den vergangenen Jahren erst zweimal. Hintergrund sei, dass es im Stadion so viele Kameras gebe, dass die Polizei auf jedes Gesicht zoomen könne und Problemfälle direkt zur Polizeistelle bringe. Täter erhielten Stadionverbote in ganz Deutschland. Die Greenkeeper pflegen den Rasen jeden Tag: „Und damit sie sich nicht auch um den Bereich kümmern müssen, wo sich die Trainer aufhalten, ist da Kunstrasen." Klocke empfahl zudem, die Getränke, die im Presseraum vor den Trainern stehen, nicht zu trinken. Denn: „Die stehen schon sehr lange da – aus Werbezwecken."

Interview mit einem JSG-Spieler: „Ich bin schon ein bisschen aufgeregt", sagte Ben-Kaleb Rahn im LZ-Gespräch. Der Neunjährige ist Fan des FC Bayern München, spielt manchmal im Sturm und auch schon mal in der Abwehr oder im Tor: „Ich bin zum ersten Mal in einem Stadion und sah den SC Paderborn bisher nur im Fernsehen." Aber: „Ich mag neben Bayern auch den SCP, weil er so erfolgreich spielt und es in die erste Bundesliga schaffte."

Einlaufen ins Stadion: An den Händen der SCP-Kicker ging es in weißen Trikots, die die Kicker behalten durften, für elf JSG-Spieler in die Arena. Mehr als 14.000 Besucher, Fotografen und Fernsehkameras richteten die Blicke auf sie. Die Kinder winkten ins Publikum und machten eine Laola-Welle vor und mit den SCP-Fans. „Als sie zu uns auf der Tribüne kamen, waren alle total geflasht, überwältigt von den Eindrücken", berichtete Matthias Radke: „Ich bin mir sicher, dass dieser Tag noch lange Gesprächsthema sein wird."

Meet and Greet mit SCP-Keeper

Im Kids-Club stellte sich der Paderborner Keeper Leon Brüggemeier, gegen Mainz nicht im Kader, den Fragen der Kinder und schrieb viele Autogramme. „Wieso gehen bei euch nie die Schnürsenkel auf?", wollten alle wissen. Antwort: „Weil wir sie fest zumachen und die Enden dann an der Seite reinstecken. Das klappt eigentlich ganz gut."

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