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Lokalfußball

Lemgoer Schiedsrichter (18) bei Bielefelder Kreisliga-Spiel als "neuer Adolf Hitler" beschimpft

Bielefeld/Lemgo. Nachdem Schiedsrichter Marius Teuber aus Lemgo einen zweiten Feldspieler des Bielefelder B-Ligisten FC Delta vom Feld geschickt hatte und der FC Altenhagen kurz vor Ende der elfminütigen Nachspielzeit das Siegtor (2:1) erzielte, ist es am vergangenen Wochenende zu tumultartigen Szenen gekommen. Wie das Fußballportal fupa berichtet, soll der junge Unparteiische von Delta-Spielern nach Schlusspfiff als Nazi, Rassist und "neuer Adolf Hitler" verunglimpft worden sein. Auf LZ-Nachfrage bestätigte Manfred Heinrich, Vorsitzender des Lemgoer Kreisschiedsrichterausschusses, den Vorfall, der demnächst vor die Spruchkammer gehen wird.

Zweiter Platzverweis und Last-Minute-Treffer lassen Emotionen hochkochen

Bereits während des Kellerduells der Kreisliga B2 sei es nach Angaben des jungen Schiedsrichters zu vielen kleinen Fouls, aber auch zu groben Unsportlichkeiten gekommen. Nachdem ein Delta-Akteur seinen Gegenspieler in der 68. Spielminute mit den Händen zu Boden geschubst haben soll, zückte Marius Teuber die rote Karte. "Darüber gibt es auch laut Regelwerk keine zwei Meinungen", wird der 18-Jährige zitiert. Fortan soll die Stimmung gekippt, zahlreiche Fouls die Folge gewesen sein.

Die elfminütige Nachspielzeit begründete Teuber damit, dass sich der FC Delta gleich mehrmals nicht an geltende Auswechselregelungen gehalten habe. Es kam zu mehreren Spielunterbrechungen. "Ich habe unzählige Male versucht, den Spielern und Verantwortlichen zu erklären, wie korrekt gewechselt wird", sagt Teuber , der seit drei Jahren als Unparteiischer aktiv ist, gegenüber fupa. Nachdem der Lemgoer wegen einer Spielverzögerung die zweite gelbe Karte gegen einen Delta-Spieler gezeigt hatte und der FC Altenhagen in der 100. Spielminute den Siegtreffer markierte, soll es zu den Beleidigungen gekommen sein. Spieler des FCA sollen sich daraufhin schützend vor den Schiedsrichter gestellt haben.

"Er hat das ganz gut weggesteckt"

Der FC Delta Bielefeld, so ließ die zweite Vereinsvorsitzende Dorothea Meyer auf der Heide gegenüber fupa verlauten, werde sich zeitnah in einem offenen Brief zu den jüngsten Vorfällen, aber auch zu den gesamten Geschehnissen der Vergangenheit äußern wolle. Die Gelb-Rote Karte sei nicht berechtigt gewesen. Man habe in Reihen des Vereins das Gefühl, dass andere Vereine und Schiedsrichter "den Klub nicht in der Liga haben wollen". Verbale Entgleisungen der Spieler hätten die Verantwortlichen beider Klubs nicht wahrgenommen. "Der Schiedsrichter hat das Spiel ganz ruhig und besonnen geleitet", lobt Wolfgang Hering, Vorsitzender des FC Altenhagen, den Lemgoer.

Manfred Heinrich, Vorsitzender des Lemgoer Kreisschiedsrichterausschusses, habe am Montag Kontakt zum jungen Schiedsrichter aufgenommen. "Auch mir gegenüber hat er die Vorfälle so geschildert. Er hat das ganz gut weggesteckt und wird auch weiterhin pfeifen", sagt Heinrich und ergänzt: "Junge Menschen wie Marius Teuber opfern ihre Freizeit, damit andere Fußball spielen können und natürlich passieren den Schiedsrichtern Fehler. Das gibt jedoch keinem das Recht, Unparteiische derart zu beleidigen und zu verunglimpfen." Mehr wolle Heinrich zu diesem Thema nicht sagen.

Die kommende Meisterschaftspartie des FC Delta Bielefeld gegen den SC Babenhausen wurde bereits abgesetzt und auf Donnerstag, 23. April, verlegt.

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