OWL-Geflügelbetriebe vor Gericht: Urteil zum Kükentöten erwartet

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Männliche Küken - © Foto: Bernd Wüstneck
Millionen männlicher Küken werden jährlich vergast, weil ihre Aufzucht unwirtschaftlich ist. (© Foto: Bernd Wüstneck)

Leipzig - Das Bundesverwaltungsgericht wird heute voraussichtlich sein Urteil zur umstrittenen Praxis des millionenfachen Kükentötens sprechen. Tierschützer erwarten ebenso wie die Geflügelbranche ein Grundsatzurteil.

Das Gericht muss klären, ob es mit dem Tierschutzgesetz vereinbar ist, männliche Küken zu töten. Die Tiere sind in der Legehennenzucht überflüssig. In deutschen Brütereien laut Bundeslandwirtschaftsministerium rund 45 Millionen Eintagsküken jährlich vergast.

Das Land Nordrhein-Westfalen hatte den Brütereien die langjährige Praxis 2013 untersagt. Zwei Betriebe klagten dagegen. In den Vorinstanzen bekamen sie Recht. Das Oberverwaltungsgericht in Münster entschied, dass die wirtschaftlichen Interessen der Brütereien ein vernünftiger Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes seien.

Über die Revisionen gegen diese Urteile hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig im Mai ausführlich mündlich verhandelt. Der Knackpunkt ist, wie Belange der Geflügelwirtschaft gegen die des Tierschutzes abzuwägen sind.

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