Bielefeld/Hamburg. Schauspieler, Regisseur und Produzent Til Schweiger ist einer der größten Kino- und Fernsehstars Deutschlands. Der 59-Jährige ist bekannt dafür, dass er mit seiner Meinung selten hinter dem Berg hält. Erst kürzlich bezeichnete er Klimakleber als Vollidioten, die er wahrscheinlich auch von der Straße ziehen würde, wenn er wegen ihnen einen wichtigen Termin verpasse.
Handfest soll es auch an den Filmsets von Til Schweiger zugegangen sein. Dies berichtet "Der Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe. Nach Angaben des Magazins berichten zahlreiche ehemalige und aktuelle Mitarbeiter des Film- und Kinostars von einem Klima der Angst bei den Dreharbeiten mit Schweiger.
Insgesamt habe "Der Spiegel" bei seinen Recherchen mit mehr als 50 Filmschaffenden, ehemaligen und aktuellen Vertrauten des Schauspielers und Regisseurs gesprochen. "Im Grundgesetz heißt es, die Würde des Menschen ist unantastbar. Nicht an den Sets von Til Schweiger", fasst eine Kollegin Schweigers mutmaßliches Verhalten zusammen.
Anwältin und Constantin Film widersprechen
Zeugen beschreiben dem Magazin gegenüber auch, der Darsteller und Regisseur sei immer wieder bei Dreharbeiten betrunken gewesen. Am Filmset von "Manta Manta – zwoter Teil" soll Schweiger vier Mitarbeitern zufolge unter Alkoholeinfluss einem Mann ins Gesicht geschlagen haben. Die Fortsetzung von "Manta, Manta", mit dem Schweiger in den 1990er Jahren unter anderem seinen Durchbruch schaffte, gehört aktuell zu den erfolgreichsten Kinofilmen.
Eine Anwältin, die Schweiger vertritt, antwortete nach Angaben des "Spiegel" auf einen ausführlichen Fragenkatalog, ein Teil der "Sachverhalte" sei ihrem Mandanten "nicht bekannt", ein anderer unterstelle "angebliche Sachverhalte, die es nicht gegeben hat".
Der Spiegel sei "offenbar nicht umfassend informiert worden", seit Jahren "kursierende Gerüchte" würden "zu Unrecht als tatsächlich" dargestellt. Constantin Film, mit dem Schweiger seit 2022 zusammenarbeitet, bezeichnete die gegen Schweiger erhobenen Vorwürfe als "überwiegend unvollständig und verzerrend, teilweise auch wiederum schlicht falsch".