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Gesundheit

Corona-Infektionen: Unionspolitiker Hardt will Flüge nach China einstellen

Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sieht eine globale Bedrohung in Chinas steigenden Infektionszahlen.

Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Jürgen Hardt, hat einen Stopp aller Flugverbindungen zwischen Deutschland und China gefordert. Damit reagierte Hardt auf die rasant steigenden Corona-Infektionszahlen in China.

„Die durch die verfehlte Coronapolitik der chinesischen Regierung verursachten explodierenden Covid-Zahlen in China bedrohen die ganze Welt mit einer neuen Infektionswelle“, sagte Hardt dieser Redaktion. Der CDU-Außenpolitiker forderte: „Wir dürfen den Fehler von vor drei Jahren nicht wiederholen und sollten jetzt alle Flugverbindungen von und nach China sofort einstellen.“

„Erst wenn wir sicher sind, dass aus China keine neue, gefährliche Mutation droht, sollten wir die Flugverbindungen wieder aufnehmen“, fügte Hardt hinzu.

Grünen-Politiker

Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Janosch Dahmen, hält von dieser Forderung nicht viel. „Bei der Masse an Infektionen ist es unrealistisch, den Corona-Ausbruch durch Einreisebeschränkungen oder eine Reduzierung des Reiseverkehrs einzudämmen und auf China zu beschränken“, sagte Dahmen. Viel sinnvoller sei es, sich in Deutschland besser zu schützen und Infektionsketten kurzzuhalten.

Deutschland solle zudem prüfen, wie den Menschen und dem Gesundheitswesen in China geholfen werden könne, „beispielsweise durch die Bereitstellung von Impfstoffen oder anderen medizinischen Gütern, die zur Beherrschung der medizinischen Lage gebraucht werden.“

Auch CDU-Politiker Hardt sprach sich dafür aus, das Angebot an China zu erneuern, dort wirksame mRNA-Impfstoffe einzusetzen. „Die Arroganz des Diktators Xi in Peking ist schier grenzenlos, seine Hybris kostet jeden Tag Menschenleben im eigenen Land“, sagte Hardt jedoch. Er hoffe sehr, dass die Führung in Peking erkenne, „dass selbst China nicht ohne Kooperation mit anderen Ländern auskommt und die Wissenschaft über den Starrsinn der Kommunistischen Partei die Oberhand behält“.

China wechselt von Null-Covid auf Durchseuchung

China hat in den vergangenen Wochen eine drastische Kehrtwende in der Corona-Politik hingelegt. Nachdem die Staats- und Parteiführung lange an einer rigiden Null-Covid-Strategie festgehalten und diese mit drakonischen Maßnahmen durchgesetzt hat, verfolgt sie nun einen rasanten Öffnungs- und Durchseuchungskurs. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beobachtet die Entwicklung in China mit Sorge.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte am Mittwoch in der Bundespressekonferenz, man müsse grundsätzlich davon ausgehen, „dass starke Infektionswellen die Entstehung neuer Varianten begünstigen.“ Zurzeit habe das Ministerium jedoch keine konkreten Hinweise, dass sich in China bereits eine neue Variante entwickelt hat.

Corona-bedingte Einreisebeschränkungen gibt es seit Juni 2022 grundsätzlich nur noch für Personen, die aus Virusvariantengebieten nach Deutschland einreisen - als solches wird zurzeit aber kein Land der Welt eingestuft. Für Reisende aus China gibt es trotzdem besondere Einschränkungen. Die leiten sich aus dem sogenannten Gegenseitigkeitsvorbehalt ab. Weil China seine Grenzen als Teil der restriktiven Corona-Politik für Deutsche und Europäer weitgehend geschlossen hielt, erlaubt Deutschland Einreisen aus China nur aus wichtigen Gründen. Rein touristische Reisen sind deshalb weiterhin nicht erlaubt.

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