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Besondere Auszeichnung

Westfälischer Friedenspreis geht an Emmanuel Macron

Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe e. V. ehrt den französischen Präsidenten. Der Grund: sein Einsatz für den europäischen Frieden.

Bielefeld/Münster. Die Westfälische Gesellschaft für Westfalen und Lippe e. V. (WWL) zeichnet den französischen Präsidenten, Emmanuel Macron, mit dem Internationalen Preis des Westfälischen Friedens aus. Der Jugendpreis geht in diesem Jahr an das Deutsch-Polnische Jugendwerk, das sich für die Freundschaft beider Länder einsetzt. Die Preise, die von 100 Unternehmerinnen und Unternehmen aus der Region gestiftet und alle zwei Jahre in Münster verliehen werden, sollen besonderen Einsatz für den Frieden in Europa würdigen und sind mit insgesamt 100.000 Euro dotiert.

Mit der Verleihung an den französischen Präsidenten würdigt die Jury Macrons Einsatz für die Völkerverständigung vor allem innerhalb Europas. Macron habe in der Vergangenheit immer wieder den Schulterschluss mit Deutschland gesucht, auch innerhalb der Europäischen Union sei er stets auf Abweichler zugegangen. "Emmanuel Macron ist jemand, der Zeichen setzt und beispielgebend für den Frieden ist", sagt WWL-Vorsitzender Reinhard Zinkann. Auch mit dem russischen Präsidenten Putin habe Macron versucht, den Kontakt während des russischen Angriffskriegs zu halten.

Das von beiden Ländern getragene Deutsch-Polnische Jugendwerk fördert seit 1991 den Austausch von Jugendlichen zwischen Deutschland und Polen und unterstützt so das gegenseitige Kennenlernen und Verstehen. "Seit Beginn des Kriegs haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der international anerkannten Organisationen sich in den Grenzgebieten besonders für Geflüchtete und Jugendliche aus der Ukraine eingesetzt", sagt Zinkann. Vom Jugendwerk organisierte trilaterale Projekte, wie ukrainisch-polnisch-deutsche Jugendbegegnungen, finden bereits seit fast zehn Jahren statt.

Preisgeld zur freien Verfügung

Persönlich entgegennehmen werden die Preisträger ihre Auszeichnungen Anfang 2024 in Münster. Für welchen Zweck das Preisgeld verwendet wird, können die Preisträger selbst entscheiden. "Die 50.000 Euro stehen den Ausgezeichneten zur freien Verfügung", sagt Zinkann. "In der Regel überweisen die Preisträger es an ihnen verbundene, friedensstiftende Organisationen."

Der Internationale Preis des Westfälischen Friedens wurde zur 350-Jahr-Feier des Westfälischen Friedens im Jahr 1998 erstmals im Rathaus von Münster verliehen. Seit Gründung ist er in einen Haupt- und einen Jugendpreis aufgeteilt. Preisträger in der Vergangenheit waren unter anderem Helmut Kohl, Carla del Ponte und Kofi Annan sowie die Sternsinger und die Jungen Malteser.

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