Lippische Landes-Zeitung: Nachrichten aus Lippe, OWL und der Welt

Kommentar

Arminia Bielefeld braucht einen Neustart - und so könnte er gelingen

Es besteht die Gefahr, dass der Verein in eine existenzbedrohende Krise abstürzt. Doch es ist nicht aussichtslos, meint unser Autor.

Die Verantwortlichen von Arminia Bielefeld müssen handeln. Keine falschen Erklärungen und beschwichtigenden Entschuldigungen mehr. Denn es besteht die Gefahr, dass der Verein erneut in eine existenzbedrohende Krise gerät. Sportlich, finanziell und was das Image betrifft.

Die Ereignisse der vergangenen Wochen - nicht nur die vom desaströsen Relegationsabend am Freitag - geben allen Anlass zur Sorge. Die vom ehemaligen Sportchef Samir Arabi und ständig wechselnden Trainern zusammengestellte, teure Mannschaft hat in mehreren Spielen komplett versagt. Sie war keine Mannschaft, wie ein erschütterter Kapitän Fabian Klos nach dem Untergang in Wiesbaden in die Mikrofone sprach.

Selbst, wenn am Dienstag noch das Wunder des Klassenerhalts gelingen sollte, besteht dringender Handlungsbedarf. Beim sehr wahrscheinlichen Abstieg sowieso. Das widerwärtige Verhalten der DSC-Chaoten kommt erschwerend hinzu. Vor Kurzem (in Kiel) war es sogar zu Prügeleien der angeblichen Arminia-Fans untereinander gekommen. Der Verein verschwurbelte es, arbeitete es nicht offensiv und transparent auf. Ein Fehler.

So könnte das weitere Vorgehen aussehen

Doch weil es um die Existenz des „Vereins der Ostwestfalen“ geht, hilft kein Scherbengericht über die Gegenwart, sondern ein sachlicher Blick in die Vergangenheit und besonders in die Zukunft. Die leidenschaftlichen Unterstützer Arminias, zum Beispiel vom Bündnis OWL (aber auch andere), vernünftige Fanvertreter, die Leitung des Klubs, und Leute, die den Verein nach Krisenjahren zuletzt in ruhigere Bahnen geführt hatten, sollten sich zusammensetzen.

Warum nicht den besonnenen, ruhigen und klugen Ehrenpräsidenten Hans-Jürgen Laufer um die Moderation der Zukunftsfragen bitten? Es wäre kein Wunder, wenn das Bündnis das Interesse an Arminia verliert, weil es Sorge vor Image-Schäden hat. Es muss aber unbedingt an Bord gehalten werden!

Wie kann der Verein eine größere Nähe zu seinen echten Anhängern herstellen und die Chaoten ausgrenzen? Die braucht niemand. Chaoten sind nicht Fußball-Kultur. Wie wird künftig von Arminia auf sachliche Kritik reagiert? Weiter mit Gegenkritik und Abweisung? Das hat zum Ruf geführt, arrogant zu sein. Der Verein muss an der Klubkultur arbeiten. Und natürlich in erster Linie möglichst schnell mit einem neuen, integren, kritikfähigen Sportchef an einem Kader arbeiten, der den Titel Mannschaft verdient.

Kontakt zum Autor

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2026
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.