Neue Geflügelpest-Ausbrüche: Schutzmaßnahmen verschärft

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Ein Schild mit der Aufschrift «Geflügelpest Schutzzone». - © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
Ein Schild mit der Aufschrift «Geflügelpest Schutzzone». (© Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild)

Nach zwei weiteren Geflügelpest-Ausbrüchen in Nordrhein-Westfalen sind die Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus verschärft worden. In einem Betrieb in Gütersloh seien rund 8000 Tiere und in einer Hobbyhaltung in Münster etwa 80 Tiere getötet und entsorgt worden, teilte das NRW-Landwirtschaftsministerium am Dienstag mit. Um die betroffenen Betriebe seien bereits am Wochenende Sperrzonen im Umkreis von drei Kilometern und Überwachungszonen im Umkreis von zehn Kilometern gebildet worden. In diesen Bereichen gelten besonders strenge Auflagen für Geflügelhalter. Tierhalter müssen den zuständigen Veterinärämtern umgehend die Anzahl ihrer gehaltenen Vögel mitteilen.

Bei zwei Wildgänsen, die am 6. Oktober verendet auf einem See in Kamp-Lintfort gefunden worden waren, hat das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) die Wildvogel-Geflügelpest nachgewiesen. Wie der Kreis Wesel am Dienstag mitteilte, sei es der erste Fall dort seit dem Frühjahr. Direkte Auswirkungen haben die Befunde bei den Wildgänsen zunächst nicht. In Absprache mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) werde vorerst von einer kreisweiten Aufstallungspflicht abgesehen, hieß es. Davon ausgenommen seien Teile von Schermbeck, Hünxe und Dinslaken, in denen die Aufstallung wegen eines Geflügelpestausbruchs in Bottrop angeordnet wurde.

Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) rief Geflügelhalter auf, noch wachsamer zu sein. «Das nachgewiesene Virus ist äußerst aggressiv und mit großem Leid für die betroffenen Tiere verbunden», sagte sie. Nur konsequent eingehaltene Sicherheitsmaßnahmen könnten Hausgeflügelbestände schützen.

So dürften Tiere nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen gefüttert werden. Außerdem dürfe kein Wasser, zu dem Wildvögel Zugang hätten, für das Tränken der Tiere genutzt werden. Futter und Einstreu müssten für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden. Wer verendete wildlebende Wasservögel oder Greifvögel findet, soll dies dem zuständigen Veterinäramt melden.

Die Geflügelpest ist eine durch Viren ausgelöste, sehr ansteckende Infektionskrankheit für Nutzgeflügelarten und andere Vögel. Das Ansteckungsrisiko für Menschen gilt als gering.

Deutschland und Europa erlebten seit Herbst 2020 die stärkste Geflügelpest-Epidemie aller Zeiten, hieß es weiter. Das Land NRW plane weitere Schutzmaßnahmen und zusätzliche regelmäßige Untersuchungen in Geflügelbeständen.

In NRW war Anfang Oktober erstmals seit einem halben Jahr wieder die Geflügelpest aufgetreten. Betroffen war eine Hobbyhaltung in Bottrop mit 120 Enten, Gänsen und Hühnern, die alle getötet und entsorgt werden mussten.

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