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Amtsgericht Herford

Bewährungsstrafe für 76-Jährigen nach versuchter Erpressung

Für die versuchte Erpressung eines Supermarktes hat das Amtsgericht Herford einen 76-Jährigen zu einer Haftstrafe auf Bewährung von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Außerdem muss der rechtskräftig Verurteilte 250 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten, wie Bernd Kahre, Direktor des Gerichts, der dpa am Freitag sagte. Der Mann hatte ein Geständnis abgelegt und die Vorwürfe eingestanden.

Er hatte 2022 auf ungewöhnliche Weise versucht, einen Herforder Supermarktbetreiber zu erpressen. Er hatte laut Anklage zuerst 60.000 und später 95.000 Euro gefordert. Ansonsten würde er für die Kunden eine «Bedrohungslage» schaffen. Die Kontaktaufnahme geschah über Klebezettel an einer Litfaßsäule in Herford. Unterschiedliche Farben der Zettel sollten signalisieren, ob der Kaufmann den Forderungen nachkommt oder nicht. Außerdem sollte dort eine Telefonnummer für eine direkte Kontaktaufnahme hinterlassen werden.

Der 76-Jährige hatte vor einem Imageschaden für die Firma gewarnt, denn Kunden könnten sich nicht mehr sicher fühlen. Zudem verlangte er eine «stille Umsetzung» ohne Polizei. Die hatte die Litfaßsäule aber bereits im Blick und den Angeklagten überwacht, als er dort mit dem Fahrrad unterwegs war und die Klebezettel fotografiert hatte. In der Wohnung des Verurteilten fanden die Ermittler einen USB-Stick mit den Erpresserschreiben.

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