Auszubildende im Elektrohandwerk NRW erhalten ab Februar ein für sie kostenfreies Deutschlandticket. Grundlage ist ein Tarifvertrag, der im vergangenen Herbst vereinbart wurde. Die Regelung gilt für alle Auszubildenden der tarifgebundenen Betriebe. Der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT) geht davon aus, dass mehrere tausend Azubis von der Vereinbarung profitieren werden. An der Regelung sind auch das Land NRW und der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) beteiligt.
Die Ausbildungsbetriebe übernehmen 60 Prozent der Kosten. Abgerechnet wird direkt zwischen Verkehrsunternehmen und Betrieb. Die Differenz zum Regelpreis wird durch Drittmittel ausgeglichen.
Minister: Land NRW und Elektrohandwerk sind bundesweit Vorreiter
Das Elektrohandwerk gehe damit neue Wege, betriebliche Ausbildung noch attraktiver zu machen, erklärte NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne). «Das Land NRW und das Elektrohandwerk sind damit bundesweit Vorreiter, allen jungen Menschen deutschlandweite Mobilität im öffentlichen Verkehr zu ermöglichen.» Er sei sicher, dass das Modell bundesweit Schule machen werde. «Unser Ziel ist, dass alle Azubis mit Ausbildungsvertrag ein Deutschlandticket bekommen.»
«Die Initiative steigert nicht nur die Attraktivität der Ausbildungsbetriebe, sondern macht den ÖPNV zu einem selbstverständlichen Teil des täglichen Arbeitswegs junger Menschen», erklärte der VRR. Die Initiative trage dazu bei, die Verkehrswende zu unterstützen und Mobilität als Standortfaktor zu stärken. Das Modell könne als Blaupause für andere Branchen dienen, auch über das Handwerk hinaus, so der VRR.
«Das Modell der Elektrohandwerke Nordrhein-Westfalen zeigt, wie das Handwerk neue Anreize für eine berufliche Ausbildung setzen kann», erklärte WHKT-Hauptgeschäftsführer Florian Hartmann. Laut WHKT wird solch eine Regelung auch schon in anderen Gewerken diskutiert.