Schießerei vor Bad Oeynhausener Club - Türsteher schwer verletzt

Jörg Stuke

Bewaffnet: Mit der Pistole in der rechten ausgestreckten Hand nähert sich einer der beiden tatverdächtigen Schützen über den roten Teppich dem Eingang der Diskothek. Die Szene wurde von der Überwachungskamera über der Tür des Clubs aufgenommen.  - © Club Mondo
Bewaffnet: Mit der Pistole in der rechten ausgestreckten Hand nähert sich einer der beiden tatverdächtigen Schützen über den roten Teppich dem Eingang der Diskothek. Die Szene wurde von der Überwachungskamera über der Tür des Clubs aufgenommen.  (© Club Mondo)

Bad Oeynhausen. Nach einem Streit zwischen Gästen und Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes der Diskothek „Mondo" am Werre-Park in Bad Oeynhausen wurden in der Nacht zu Sonntag zwei Türsteher verletzt. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes wurde dabei mit einer Handfeuerwaffe angeschossen und schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt, wie die Polizei mitteilt.

18 Männer haben Türsteher angegriffen

Die Ermittlungen hat die Kriminalpolizei in Bielefeld übernommen, die in einer gemeinsamen Presseerklärung mit der Staatsanwaltschaft folgenden Tathergang schildert:

Gegen 2.45 Uhr am Sonntagmorgen wiesen zwei Türsteher zwei unbekannte Männer aus der Diskothek ab. Nachdem die Türsteher von ihrem Hausrecht Gebrauch gemacht hatten, sei eine Personengruppe, die aus etwa 18 Männern bestand, am Eingang des Clubs aufgetaucht. Sie attackierten die Türsteher mit Faustschlägen, Tritten und Schlagwerkzeugen.

„Nach bisherigem Ermittlungsstand haben während der Auseinandersetzung mindestens zwei Angreifer mit Faustfeuerwaffen aus kurzer Distanz auf die Servicemitarbeiter geschossen", berichtet die Polizei. Bei dem Angriff wurde einer der beiden 28-jährigen Sicherheitskräfte leicht und der andere schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Beide Männer wurden nach der medizinischen Erstversorgung von Rettungssanitätern in Krankenhäuser gebracht. Die tatverdächtigen Personen – darunter die Schützen – flohen mit mehreren Personenwagen in Richtung der Autobahn 30. Die Fahndung habe bisher nicht auf die Spur der Täter geführt, so die Polizei.

"Es gab ein Hin und Her, dann fielen mehrere Schüsse"

Da die Polizei von einem versuchten Tötungsdelikt ausgeht, werden die Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft Bielefeld gemeinsam mit einer Mordkommission des Polizeipräsidiums Bielefeld geführt. Der Leiter der Mordkommission „Werre", Kriminalhauptkommissar Markus Mertens, leitet ein Ermittlungsteam mit 14 Beamten und erhält Unterstützung durch Ermittler der Kriminalpolizei Minden-Lübbecke. Derzeit dauern die Ermittlungen und die Auswertung eines Videos einer Überwachungskamera der Diskothek an.

Die Geschäftsführung der Diskothek wollte gegenüber dieser Zeitung keine Angaben zu dem Vorfall machen. Einer der Clubgäste, der seinen Namen aber nicht in der Zeitung lesen möchte, schilderte, wie er die nächtliche Schießerei erlebte. „Es kam ein Auto mit sehr vielen Leuten darin vor der Diskothek vorgefahren", berichtet der 20-Jährige. Eine größere Gruppe von Männern sei dann in den Club hereingelaufen. „Es gab ein Hin und Her, dann fielen mehrere Schüsse", so der Augenzeuge.

Das bestätigen auch die Aufnahmen der Überwachungskamera, die den Vorfall aufzeichnete. Auf dem Video, das der Redaktion vorliegt, sind zwei Männer mit gezückten Handfeuerwaffen zu sehen. Beide geben offensichtlich Schüsse aus ihren Waffen ab. Es habe eine Auseinandersetzung in mehreren Sprachen gegeben, berichtet der 20-Jährige. Worum es in dem Streit zwischen den Türstehern und der Männergruppe ging, konnte der Zeuge deshalb nicht wirklich nachvollziehen.

Waren es Mitglieder eines Familienclans?

Nach Informationen der NW könnte es sich bei den Verdächtigen um Mitglieder eines aus dem Irak stammenden Familienclans handeln. Der Verdacht blieb aber unbestätigt. Davon hat zwar auch die Ermittlungskommission gehört. Nähere Angaben dazu aber wollte die Polizei nicht machen.

Der Augenzeuge berichtet, dass er nach den Schüssen über den Parkplatz zu einem Schnellrestaurant gelaufen sei, um sich in Sicherheit zu bringen. „Dort habe ich mich dann abholen lassen", so der 20-Jährige.

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