"Warmer-Pulli-Tag": Schule will Energie sparen und Eltern drehen durch

Friderieke Schulz

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Eine Schule in Düsseldorf will den Kindern Energiesparen vermitteln und
ruft daher am Freitag zum Warmer-Pulli-Tag auf, da die Heizung um wenige Grad herabgeschaltet werden soll. - © Symbolfoto Pixabay
Eine Schule in Düsseldorf will den Kindern Energiesparen vermitteln und ruft daher am Freitag zum Warmer-Pulli-Tag auf, da die Heizung um wenige Grad herabgeschaltet werden soll. (© Symbolfoto Pixabay)

Düsseldorf. Warm anziehen zur Zeugnisausgabe: Mit der Aktion „Warmer-Pulli-Tag" will eine Grundschule in Düsseldorf Möglichkeiten des Energieeinsparens ausprobieren. An diesem Freitag (8.2.) sollten Eltern die Kinder warm angezogen zur Schule schicken, damit sie auch im Klassenzimmer nicht frieren, erklärte das Umweltteam der Schule in einem Elternbrief. Die Ankündigung sorgte für Irritationen und Kritik in den sozialen Netzwerken, wie die Rheinische Post berichtete: So sorgten sich manche, dass Kinder krank werden oder sich bei Kälte nicht gut konzentrieren könnten.

Jedoch werde die Heizung nur um drei Grad heruntergedreht, erklärte die Leitung der städtischen Grundschule am Montag zu der geplanten Aktion. Am Freitag, an dem Zeugnisse ausgegeben werden, seien ohnehin nur drei Stunden Unterricht vorgesehen. Die Grundschule nimmt an einem Energiesparprogramm der Stadt teil, bei dem die Hälfte der Einsparungen für bestimmte Zwecke an die Schule zurückgegeben werden.

Eltern kritisieren die Idee

Die Idee der Lehrkräfte war es, den Kindern mehr Bewusstsein für ein energiesparendes Verhalten zu vermitteln. Doch die Eltern sehen die Idee alles andere als förderlich und kritisieren die Idee mit Hinblick auf die Gesundheit ihrer Kinder. In einer Facebookgruppe regen sich viele Eltern geradezu über die Entscheidung auf -  obwohl ihre Kinder nicht auf die betroffene Schule gehen.

Ein Teil der Eltern ärgert sich dabei über den Sinn der Aktion. "Raum runterkühlen und wieder aufwärmen kostet mehr Engerie, als eingespart wird", kommentiert zum Beispiel ein Nutzer. Ein anderer Teil der Kommentierenden hingegen fürchtet, dass die Kinder sich erkälten könnten. "Wenn die (zu) warm angezogenen Kinder dann raus in die Pause gehen, werden sie frieren und sich erkälten und dann lernen sie nichts mehr. Das macht wirklich Sinn", schreibt ein anderer Nutzer.

Brief womöglich missverständlich formuliert

Einige Nutzer bezweifeln auch die Echtheit dieses Briefes und der dementsprechenden Idee. Doch die Grundschule bestätigte und verteidigte ihre Idee gegenüber der Rheinischen Post, gab jedoch auch zu, dass der Brief womöglich etwas missverständlich formuliert worden sei. Immerhin werde die Heizung nicht ausgeschaltet, sondern lediglich runterreguliert.

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