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Ausblick

Restaurantbesuch, Fliegen, Tanken: Was 2024 teurer wird - und was günstiger

Zum Jahreswechsel kommen auf Verbraucherinnen und Verbraucher wieder Änderungen zu, die sich auch im Geldbeutel bemerkbar machen. Was wird teurer – und was womöglich billiger? Eine Auswahl an Dingen, die sich ändern.

CO?-Preis steigt

Es war eines der Ergebnisse in der Haushaltseinigung: Um die Löcher im Etat zu stopfen, will die Ampel-Regierung den CO?-Preis stärker anheben als bislang geplant. Dabei handelt es sich um eine Abgabe auf Kohlenstoffdioxid-Emissionen. Bislang war vorgesehen, dass der CO?-Preis auf 40 Euro pro Tonne steigen soll. Nun geht es um 45 Euro pro Tonne. Das bedeutet, dass Tanken und Heizen künftig teurer werden sollen. Laut dem Vergleichsportal Check24 sorgt das in einem Musterhaushalt mit vier Personen und einem jährlichen Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden für rund 60 Euro Mehrkosten pro Jahr. Auch an der Tankstelle wird es dann teurer: Der ADAC rechnet damit, dass im Vergleich zu 2023 der CO?-Preis für den Liter Benzin um rund 4,3 Cent und der Liter Diesel um rund 4,7 Cent steigt.

Flugtickets werden teurer

Eine weitere Konsequenz des Haushaltskrise: Die Ticketsteuer auf Passagierflüge soll angehoben werden. Dabei handelt es sich um die sogenannte Luftverkehrsabgabe, die 2011 eingeführt wurde. Davon, dass sie nun steigt, erhofft sich die Bundesregierung jährlich 580 Millionen Euro mehr. Zwar muss die Ticketsteuer von den Fluggesellschaften gezahlt werden, aber die dürften sie an die Passagiere weitergeben.

Wer künftig mit dem Flugzeug unterwegs ist, muss also damit rechnen, etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Um wie viel, steht noch nicht fest. Aktuell werden allerdings 12,73 Euro für kurze Strecken, 32,25 für mittlere Distanzen und 58,06 Euro für Langstreckenflüge fällig. Bedenkt man, dass der Bund derzeit rund 1,2 Milliarden Euro durch die Ticketsteuer einnimmt, müsste sie nun um rund 50 Prozent steigen.

Preise im Restaurant ziehen an

Die gesenkte Mehrwertsteuer in der Gastronomie läuft zum Jahresende aus. Bis zuletzt hatten Restaurantbesitzer gehofft, dass es bei der niedrigeren Steuer von 7 Prozent bleibt. Doch im Zuge der Haushaltskrise wurde der Spielraum dafür immer enger. Jetzt steht fest: Ab 2024 wird die Mehrwertsteuer in der Gastronomie wie vor der Corona-Pandemie wieder 19 Prozent betragen. Um wie viel die Speisen in den Gaststätten teurer werden, liegt am Ende bei den Betreibern. DIW-Ökonom Marcel Fratzscher hält einen Aufschlag von 10 Prozent für möglich.

Der Mindestlohn steigt

Zum Jahreswechsel wird der gesetzliche Mindestlohn angehoben. Ab Januar liegt die Lohnuntergrenze bei 12,41 Euro. Insgesamt sind zwei Schritte geplant, um den Mindestlohn zu erhöhen. Ab Januar 2025 soll er bei 12,81 Euro liegen. Für Menschen, die im Niedriglohnsektor arbeiten, bedeutet das also mehr Geld. Weil Betriebe den höheren Lohn aber auch zahlen müssen, kann es sein, dass sie das an ihre Kundschaft weitergeben.

Pflegekräfte bekommen mehr Geld

Auch Beschäftigte in der Altenpflege sollen 2024 mehr Geld bekommen. Ab dem 1. Mai steigt dort der Mindestlohn pro Stunde auf 19,50 Euro. Für qualifizierte Pflegehilfskräfte soll er auf 16,50 Euro steigen und für Pflegehilfskräfte auf 15,50 Euro.

Mehr Geld für Pflegebedürftige und Angehörige

Rund vier Millionen Menschen in Deutschland werden zu Hause gepflegt. Um ihre Angehörigen finanziell zu entlasten, soll es ab 2024 etwas mehr Pflegegeld geben. Um fünf Prozent soll das Pflegegeld steigen, das in die Betreuung von Pflegebedürftigen fließen soll, die nicht in Einrichtungen sind.

Auch für Pflegebedürftige in Heimen soll es Entlastungen geben. Die Pflegekasse erhöht die Zuschläge, dafür sinkt der Eigenanteil. Der Zuschuss steigt um fünf bis zehn Prozent und hängt von der Aufenthaltsdauer im Pflegeheim ab.

Bürgergeld wird angehoben

Auch das Bürgergeld - ehemals Hartz IV - soll im kommenden Jahr steigen. Für die mehr als fünf Millionen Empfängerinnen und Empfänger wären das durchschnittlich 12 Prozent mehr. Ein Beispiel: Alleinstehende Erwachsene erhalten dann 563 Euro im Monat. Gleichzeitig peilt die Ampel im Zuge der Haushaltskrise auch an, dass ein Bonus für Weiterbildungen entfallen und es für sogenannte Totalverweigerer verschärfte Sanktionen geben soll.

Entlastung bei der Steuer: Freibetrag steigt

Mehr Netto vom Brutto: Der Grundfreibetrag bei der Einkommenssteuer soll steigen. Für Ledige soll er ab 2024 voraussichtlich bei 11.604 Euro liegen, für Verheiratete bei 23.208 Euro. Beim Kinderfreibetrag sind 6.385 Euro je Kind vorgesehen. Das steht allerdings noch nicht endgültig fest.

Rente soll steigen

Noch nicht zum Jahreswechsel, aber zum 1. Juli können die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner voraussichtlich mit einer Erhöhung ihrer Altersbezüge um 3,5 Prozent rechnen. Wie beim Freibetrag steht das allerdings noch nicht endgültig fest.

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