Ausländische Staatsangehörige haben in den vergangenen Jahren eine wachsende Rolle bei der Beschäftigung in Deutschland gespielt. Zuletzt wurde Beschäftigungswachstum laut Bundesagentur für Arbeit (BA) nur noch durch Ausländerinnen und Ausländer getragen, wie die BA in einer Zusammenstellung anlässlich einer Konferenz «Migration und Arbeit» heute in Berlin betont. Sie liegt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor.
Während es immer weniger Beschäftigte mit deutscher Staatsangehörigkeit gebe, wüchsen die Anteile bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit ausländischem Pass, so die BA.
- Migration und Arbeitsmarkt - Statistikportal
- Bundesregierung zu Arbeitsmigration
- Institut IW zu Migration und Arbeitsmarkt
- Mediendienst Integration zu Migration und Arbeitsmarkt
- Institut IAB zu Migration und Arbeitsmarkt
- Institut DIW zu Wachstum durch Migration in den Arbeitsmarkt
- Statistisches Bundesamt zu Migration und Integration
- Bericht über die Wahlprogramme zu Migration
Bei der Beschäftigung hatte es seit 2021 einen positiven Trend gegeben. 2025 waren laut einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes rund 46,0 Millionen Menschen erwerbstätig. Das waren 5.000 Personen weniger als im Jahr zuvor. Zuletzt hatte es im Corona-Jahr 2020 einen Rückgang gegeben.
Anteil der Ausländer wächst
Laut Bundesagentur hatte im Jahr 2015 knapp jeder zehnte Beschäftigte eine andere als die deutsche Staatsangehörigkeit. Aktuell liege der Anteil bei 17 Prozent, also mittlerweile jeder sechste Beschäftigte. Dabei verschieben sich die Herkunftsregionen, wie die Behörde feststellt.
Über viele Jahre hätten vor allem Beschäftigte aus der EU zum Beschäftigungsplus beigetragen. Seit 2024 aber sinken die Zahlen demnach: Übten 2023 noch 2,57 Millionen Arbeitnehmende aus der EU eine Beschäftigung in Deutschland aus, lag die Zahl zuletzt 30.000 darunter. Im selben Zeitraum stieg die Zahl der Beschäftigten aus Drittstaaten laut der Bundesagentur von 2,74 Millionen auf 3,29 Millionen an. Die Gründe für die Menschen sind dabei Erwerbsmigration oder Flucht und Vertreibung.
Weniger Deutsche - mehr Ausländer
Mittlerweile sind laut BA 1,2 Millionen Menschen aus den acht Asylherkunftsländern und mit ukrainischer Staatsangehörigkeit hierzulande beschäftigt, gut eine Million in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung.
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit sinkt seit 2023, vor allem wegen des Älterwerdens der Gesellschaft. Gingen 2022 laut BA noch 29,5 Millionen Deutsche einer Beschäftigung nach, sank die Zahl vergangenes Jahr auf 29,0 Millionen.
In der Konferenz, auf der auch Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) spricht, beraten die BA-Vorstände Vanessa Ahuja und Daniel Terzenbach mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Behörden, Unternehmen und Wissenschaft die Arbeitsintegration von Geflüchteten. Es geht auch um politische Initiativen wie den «Job-Motor», mit dem Ex-Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) Flüchtlinge unter anderem aus der Ukraine verstärkt in Jobs bringen wollte, oder um die «Work-and-Stay-Agentur», die zur zentralen Anlaufstelle für Formalitäten für ausländische Fachkräfte werden soll.
«Weniger Zuwanderung - weniger Wohlstand»
Die Bundesagentur fordert «klare Akzente» bei der Arbeitsmarktintegration Geflüchteter und der Erwerbsmigration aus Drittstaaten. So sprach sich Vanessa Ahuja vom BA-Vorstand etwa für verbesserte Rahmenbedingungen aus, damit auch qualifizierte Fachkräfte im Land bleiben. «Wer nach Deutschland kommt, will hier arbeiten – aber auch sicher leben und dazugehören», sagte Ahuja der dpa.
Ihr Vorstandskollege Daniel Terzenbach unterstrich: «Zuwanderung ist eine notwendige Voraussetzung für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die soziale Stabilität unseres Landes.» Keine Zuwanderung bedeute weniger Wohlstand. «Vor dieser Realität kann man nicht weglaufen.»