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Naturphänomen

Weberknechte mit Rückenleuchte

Eine Art eingebaute Taschenlampe, die die Partnersuche erleichtern soll: Diesen Trick der Natur vermutet ein Forschungsteam aus München bei Krabbeltieren aus dem Regenwald, wie die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns (SNSB) mitteilten.

Die Gruppe hat demnach bei nächtlichen Exkursionen fünf Weberknechtarten aus derselben Familie mit unterschiedlichen Rückenmustern entdeckt. Während diese Muster bei Tageslicht weiß erscheinen, leuchten sie laut Studie bei schwachem Licht blau-grün. Die Erkenntnisse wurden in der Fachzeitschrift «Scientific Reports» veröffentlicht.

Je nach Art unterscheiden sich die weißen Muster auf den Rücken der Tiere. - © Konrad Wothe/SNSB/dpa
Je nach Art unterscheiden sich die weißen Muster auf den Rücken der Tiere. (© Konrad Wothe/SNSB/dpa)

Das Team um SNSB-Forscher Stefan Friedrich geht davon aus, dass eine Funktion hinter den Mustern und dem Leuchten steckt: Die spinnenartigen Tiere könnten so womöglich ihre Artgenossen erkennen - auch bei Nacht und in der Dämmerung, wenn die Weberknechte am aktivsten sind. Dass Partner der gleichen Art sicher erkannt werden, ist wichtig für die Paarung.

Das Phänomen leuchtender Körperstrukturen nennt sich Biofluoreszenz und ist laut SNSB im Tierreich weit verbreitet. Die Funktion sei jedoch häufig unklar.

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