Wegen illegalen Waffenbesitzes: Amtsgericht verurteilt Ex-Soldaten

Erol Kamisli

Detmold. Seine große Leidenschaft seien Waffen, sagte der 59-jährige Angeklagte vor dem Detmolder Amtsgericht. Wegen dieser Vorliebe ließ er Gesetze und Vorschriften einfach links liegen und kaufte sich Waffen, obwohl er keine Erlaubnis dafür hatte. Jetzt wurde der britische Ex-Soldat wegen unerlaubten Besitzes und Erwerbs von Waffen zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Im April 2014 hatte der Metallbauer, der seit 1984 in Deutschland lebt, insgesamt 31 Teile einer vollautomatischen Schusswaffe übers Internet in Hong Kong bestellt. Als er das Paket beim Zoll abholen wollte, konnte der Angeklagte die erforderliche Einfuhrerlaubnis nicht vorweisen. Damit hatte ihn der Zoll im Visier.

Bei einer anschließenden Wohnungsdurchsuchung fanden die Beamten eine vollautomatische Langwaffe zum Verschießen von Patronenmunition, ein Federdruckgewehr sowie zwei Softair-Maschinenpistolen – für keine der Waffen besaß der Angeklagte waffenrechtliche Erlaubnis.

„Ich war da etwas leichtsinnig und habe die Zulassungen nicht geprüft", sagte der geständige Angeklagte. Er habe mit den Waffen niemanden verletzen oder umbringen wollen, sondern habe sie nur gesammelt und gepflegt. Diese Ahnungslosigkeit nahm ihm Richter Martin van der Sand nicht ab: „Sie haben lange in der britischen Armee gedient, kennen sich mit Waffen und Vorschriften aus und wissen, was diese anrichten können."

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