Detmold. Der Hasselter Platz fällt auf: Nicht nur wegen der Menschen, die sich auf der kleinen Grünfläche rund um den Brunnen aufhalten und Alkohol trinken. Sondern auch wegen Müll, Lärm und seit einiger Zeit auch wegen Zelten und Nachtlagern. Der Kommunale Ordnungsdienst und die Polizei schauen hier regelmäßig vorbei, außerdem hat es in den vergangenen Tagen größere Einsätze gegeben. „Es ist ganz schön übel geworden“, heißt es aus den Reihen der Anlieger. Dass der Hasselter Platz Menschen aus der Trinkerszene anzieht, ist nicht neu. Nachdem der Netto-Markt am Lemgoer Tor 2018 geschlossen worden war, hatte sich der Treffpunkt dorthin verlagert - unter anderem wegen der Nähe zum Rewe, wie die LZ damals von Beteiligten erfuhr. Seitdem hat sich einiges verändert: „Früher saßen hier fünf Leute, viele davon seit Jahren bekannt. Manchmal musste man auch jemanden wegschicken, aber insgesamt waren sie den Anrainern gegenüber entspannt“, berichtet ein Angestellter des Outdoorladens in der Nähe. In den vergangenen sechs Monaten sei aber deutlich mehr Frequenz am Hasselter Platz, manchmal hielten sich 20 Leute dort auf. Im Sommer habe bei gutem Wetter geradezu „Freibadstimmung“ geherrscht - mit Musik und „guter Laune“, einige im Bikini oder gar nackt. Auch Pöbeleien oder Prügeleien seien hin und wieder zu beobachten, allerdings mehr innerhalb der Szene. „Ich habe noch nicht mitbekommen, dass Passanten in Mitleidenschaft gezogen worden sind“, sagt der Mitarbeiter. Trotzdem könne er verstehen, wenn die Leute das nördliche Ende der Fußgängerzone als „komische Ecke“ empfänden. „Wir sind auch schon von Besuchern und Touristen angesprochen worden, dass dies kein superattraktiver Empfang ist, wenn man in die Stadt kommt.“ Dixi-Klo wird nicht immer genutzt Kiosk-Betreiber Spyridon Andreadakis bezeichnet die Situation als „katastrophal“. „Die schlafen da“, sagt er mit Blick aus seinem Fenster. Seit Neuestem würden Zelte und Matratzen mitgebracht und Nachtlager aufgeschlagen. Im Brunnen würden Kleidungsstücke gewaschen und zum Trocknen in die Sträucher gehängt. Das Urinal, das die Stadt vor einiger Zeit aufgestellt habe, werde nicht immer genutzt. Stattdessen erleichterten sich einige im Gebüsch - erhielten dafür dann aber auch eine Ansage von anderen aus dem Treffpunkt. Vor einigen Tagen habe das Ordnungsamt den Park komplett geräumt, auch an den Fahrradständern und unter der Bahnbrücke hätten Sachen gelegen. Die „Neuen“ seien ein Problem, sagt der Kioskbetreiber und meint damit diejenigen, die sich erst seit Kurzem am Hasselter Platz aufhalten. Seiner Ansicht nach würden es immer mehr. Warum das so ist, kann er nicht einschätzen - obwohl einige bei ihm kauften und er somit direkten Kontakt zu den Menschen habe. „Die Menschen müssen irgendwo hin, das ist klar. An der Brunnenwiese werden sie auch weggeschickt. Aber so, wie es jetzt ist, geht es nicht weiter.“ Anwohnerin berichtet von Lärm Rewe-Marktleiterin Christine Horst hält sich auf Nachfrage bedeckt: „Die Sicherheit und das Wohlbefinden meiner Kunden sowie meines Teams liegen mir persönlich sehr am Herzen. Dabei stoßen mein Team und ich zum Teil auf Herausforderungen, die außerhalb unseres direkten Einflussbereichs liegen.“ Sie stünden in regelmäßigem Austausch mit den zuständigen Behörden und setzten auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, um gemeinsam tragfähige Lösungen für das Umfeld zu unterstützen. Lesen Sie auch: Trinkgelage am Hasselter Platz nerven Nachbarn Kultur, Verkehr und mehr: So gut schneidet Detmold beim Lippe-Check ab Eine Anwohnerin berichtet von Musik und Geschrei, teilweise bis in die Nacht hinein. Sie habe schon mehrfach die Polizei gerufen. „Nachts ist so ein Zirkus, das geht nicht. Wir wollen unsere Ruhe haben“, sagt sie. Außerdem würde sie sich wünschen, dass der Parks auch ein Park ist. Stattdessen sei alles belagert, die Blumen zertreten und der Bereich vermüllt. Auf dem Platz und in den Hauseingängen lägen Zigarettenkippen, Flaschen und Becher. Einige säßen auch auf der Treppen hoch zur Weerth-Schule, an der die Kinder vorbei müssten. Detmolder fühlen sich nicht sicher Der Schulweg entlang des Hasselter Platzes und das allgemeine Sicherheitsgefühl in diesem Bereich sind Punkte, die auch von anderen Detmoldern immer mal wieder angesprochen werden - so auch beim Wahlforum von LZ und Radio Lippe mit den Bürgermeisterkandidaten oder bei der Umfrage „Lippe Check“, die die LZ in diesem Jahr gemacht hat und an der 3034 Detmolder teilnahmen. „Ich fühle mich am Hasselter Platz nicht sicher“ ist eine Aussage daraus, „Die alkoholisierten Menschen an der Ecke Rewe Markt/Hasselter Platz sind sehr unangenehm“ eine andere. Dazu kommt: „Es ist unzumutbar für Kinder, da lang zu laufen.“ Zuletzt haben sich Unbekannte mit einem Plakat am Hasselter Platz zu Wort gemeldet. „@bürgermeister: Keine Drogen, kein Alkoholmissbrauch - schon gar nicht in der Nähe unserer Grundschulen und in der Innenstadt!“, war unter anderem darauf zu lesen. Was der Bürgermeister und andere Stellen zu der Situation am Hasselter Platz sagen, lesen Sie hier.