Staatsanwaltschaft ermittelt - FDP verliert Bundestagskandidaten im Wahlkreis Lippe

Jobst Lüdeking und Lothar Schmalen

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Lippische FDP sucht neuen Kandidaten - © FDP
Lippische FDP sucht neuen Kandidaten (© FDP)

Detmold. Paukenschlag bei den Liberalen: Die Partei benötigt einen neuen Bundestagskandidaten im Wahlkreis Lippe I. Hintergrund ist ein Verfahren der Staatsanwaltschaft Detmold gegen den Mann, der auch Kreisvorsitzender, stellvertretender Bezirksvorsitzender der FDP und Vorsitzender der lippischen FDP-Kreistagsfraktion ist.

FDP-Bezirksvorsitzender Frank Schäffler bestätigte am Freitag den Verzicht. Er berichtete auf Anfrage, der Mann habe ihm gegenüber erklärt, dass er von seiner Bundestags-Direktkandidatur wie auch von seiner Listenkandidatur – er steht auf Platz 17 der FDP-Landesliste NRW für die Bundestagswahl – verzichte, weil ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren gegen ihn laufe.

Über den Inhalt dieses Verfahrens habe der Politiker keine Auskunft gegeben, sagte Schäffler weiter. Das habe ihm sein Anwalt, Holger Rostek geraten. Nach Angaben Schäfflers plant der FDP-Kreisverband Lippe bereits, innerhalb der geltenden Frist – sie geht bis in den Monat Juli – einen neuen Direktkandidaten für die Bundestagswahl aufzustellen.

Die Staatsanwaltschaft in Detmold hatte Anfang März Ermittlungen gegen den Mann, der Freitag keine Stellungnahme abgeben wollte, eingeleitet. Damals waren sowohl die Privatwohnung des Mannes als auch sein Büro im Herforder Kreishaus durchsucht worden. Die sichergestellten Computerdaten liegen nach Informationen dieser Zeitung bei der Polizei in Bielefeld und müssen ausgewertet werden.

„Gegen meinen Mandanten wird ermittelt", bestätigte Anwalt Rostek auf Anfrage. Der Anwalt machte mit Verweis auf das noch nicht abgeschlossene Verfahren ebenfalls keine Angaben über dessen Inhalt. Auch die Detmolder Staatsanwaltschaft hat bisher keine weiteren Angaben zu dem Verfahren gemacht.

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