Junges Publikum feiert „Ronja Räubertochter“-Premiere im Landestheater

Barbara Luetgebrune

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Schrecksekunde am Höllenschlund: Ronja (Stephanie Pardula) setzt über den Graben. Sie will sich dem gegnerischen Räuber-Chef Borka (Adrian Thomser, links) ausliefern – im Austausch gegen dessen Sohn Birk (Lukas Schrenk, Dritter von rechts), den ihr Vater Mattis (Nils Willers, Zweiter von rechts) gefangen hält. Er und seine Frau Lovis (Anna-Maria Wasserberg) schauen geschockt zu. - © Alfredo Mena
Schrecksekunde am Höllenschlund: Ronja (Stephanie Pardula) setzt über den Graben. Sie will sich dem gegnerischen Räuber-Chef Borka (Adrian Thomser, links) ausliefern – im Austausch gegen dessen Sohn Birk (Lukas Schrenk, Dritter von rechts), den ihr Vater Mattis (Nils Willers, Zweiter von rechts) gefangen hält. Er und seine Frau Lovis (Anna-Maria Wasserberg) schauen geschockt zu. (© Alfredo Mena)

Detmold. Schon ehe es los geht, brandet rhythmisches Klatschen im Zuschauerraum auf. Und noch lange, nachdem am Ende das Licht auf der Bühne aus- und im Saal angegangen ist, klingen laute „Zugabe“-Rufe durchs Landestheater. Bei so viel Temperament im Publikum ist klar: Das Weihnachtsmärchen hat Premiere.

Und das heißt in diesem Jahr „Ronja Räubertochter“. Die Vorlage dazu schrieb bekanntlich Astrid Lindgren, die es wie keine Zweite verstand, große Menschheits- und Lebensthemen in spannende Geschichten für Kinder zu verpacken – niemals anbiedernd und ganz ohne pädagogischen Zeigefinger. In „Ronja Räubertochter“ geht’s um nichts Geringeres als um den Zwist zwischen Generationen und Familien, um das Hinterfragen alter Feindbilder und darum, Grenzen im Kopf zu überwinden. Aber in allererster Linie geht’s natürlich um zwei gegnerische Räuber-Clans und um die wachsende Freundschaft zwischen Ronja und Birk, die eine Menge Abenteuer bewältigen müssen, ehe sie zusammenfinden.

Information
Speziell für LZ-Leser
Es gibt wieder eine Sondervorstellung von „Ronja Räubertochter“, die für Abonnenten der Lippischen Landes- Zeitung mit LZ-Karte reserviert ist. Beginn ist am Samstag, 12. Dezember, um 10 Uhr im Detmolder Landestheater. Der Sonderpreis beträgt 6 Euro auf allen Plätzen. Der Vorverkauf beginnt am Mittwoch, 11. November, um 9 Uhr in den LZ-Geschäftsstellen und unter 05231-911113.

Gerade mal fünf Schauspieler stehen in Detmold auf der Bühne. Und die sind von Regisseur Alexander Flache so geschickt eingesetzt, dass die Zuschauer den Eindruck haben, sie hätten es mit zwei großen Räuberbanden zu tun. Und mit Graugnomen, Wilddruden und Rumpelwichten obendrein. Flache schafft in seiner Inszenierung eine gute Mischung aus berührenden und turbulenten Sequenzen, erzählt mit Tiefgang, Witz und zum Mitfiebern spannend. Immer wieder mal setzt er, etwa wenn er die Rumpelwichte skandieren lässt „Wir sind der Wald, wir sind der Wald“, federleichte aktuelle Akzente.

Anna-Maria Wasserberg und Nils Willers sind als Rumpelwichte übrigens urkomisch. Nils Willers ist darüber hinaus ein polteriger Räuberchef Mattis, der sich mit seinem Gegenspieler Borka, trefflich verkörpert von Adrian Thomser, im verächtlichen Ausspucken und Macho-Gehabe misst, dann aber auch wieder ein echter Kindskopf sein kann. Sehr zur Verärgerung seiner Gattin Lovis, souverän und streitbar ins Bild gesetzt von Anna-Maria Wasserberg. Lukas Schrenk als Birk und Stephanie Pardula bringen die Wandlung ihrer beiden Figuren von Erzfeinden zu Freunden höchst überzeugend auf die Bühne – und speziell Stephanie Pardula steckt voll jener Energie, Willensstärke und Lebensfreude, die Astrid Lindgren ihrer Ronja ins Drehbuch geschrieben hat.

Zusätzlich zu ihren darstellerischen Rollen bauen die Schauspieler zwischendurch mit wenigen Handgriffen die von Sabine Pommerening in uriger bis unheimlicher Stimmung geschaffene Bühne um. Torsten Rauer hat die Räuberbande in nicht zusammenpassende Stiefel gesteckt und ihnen kurze Pumphosen sowie imposante Pelzmützen entworfen. Und Marco de Haunt hat ein tanzbares Räuberlied sowie ein Wolfslied als Schlummer-Song geschrieben.

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