LZ-Redakteur Sven Koch präsentiert neuen Krimi "Dünenfeuer"

Auch ein Mordfall in der Provence ist Thema, über den ein gewisser Pierre Lagrange soeben geschrieben hat

Barbara Luetgebrune

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Zwischen Nordsee und Provence: der Detmolder Autor und LZ-Redakteur Sven Koch mit den beiden druckfrischen Krimis. - © Bernhard Preuß
Zwischen Nordsee und Provence: der Detmolder Autor und LZ-Redakteur Sven Koch mit den beiden druckfrischen Krimis. (© Bernhard Preuß)

Detmold. Zwei neue Bücher, zwei Verlage, zwei Autoren, aber beide leben in Detmold: Soeben hat LZ-Redakteur Sven Koch seinen vierten Krimi in der „Dünen"-Serie herausgebracht. „Dünenfeuer" heißt er. Pierre Lagrange legt mit seinem Krimi „Tod in der Provence" sein Roman-Debüt vor.

Sind die beiden Autoren so meilenweit voneinander entfernt wie die Nordsee und die Provence? Oder gibt es da am Ende doch eine gewisse Nähe, gar Übereinstimmungen? Die LZ sprach mit den beiden.

Sven, dein Kollege Pierre La-grange ist ganz frisch dabei. Du bist der einzige, der ihn schon ein bisschen kennt. Was schätzt du an ihm besonders?

Sven Koch: Ich schätze seine Art und Weise zu schreiben. Mir gefällt auch das Setting in der Provence sehr gut, weil ich da auch sehr häufig gewesen bin in Urlauben. Außerdem sehe ich ihn sehr oft, und wir verstehen uns ganz gut. Wir haben viele Gemeinsamkeiten.

Pierre, ist dein erfahrener Autoren-Kollege Sven Koch ein Vorbild für dich?

Pierre Lagrange: Ach, Vorbild würde ich das nicht nennen. Ich habe aber alle seine Bücher gelesen – mehrfach und schon in Rohentwürfen – und ich habe mir durchaus einiges von ihm abgeguckt.

Von Sven Koch wissen die Fans, dass er gern an der Nordsee Urlaub macht und die Gegend darum gut kennt. Woher kommt das provencalische Lokalkolorit in deinem Buch, Pierre?

Pierre Lagrange: Meine Mutter und ihr Mann haben über viele Jahre hinweg ein kleines Hotel-Restaurant bei Carpentras im Herzen der Provence geführt. Dort bin ich oft gewesen. Man lernt Land und Leute besser kennen, wenn man so einen Anker vor Ort hat. Ich bilde mir ein, dass sich das auch im Buch spiegelt.

Sven, raue Nordseeküste und taffe Ermittler – das harmoniert ja sicher nicht nur zufällig so gut...

Sven Koch: Die Atmosphäre der Nordsee soll sich natürlich auch auf die Charaktere niederschlagen und auf die Geschichte insgesamt. Das steht durchaus in einem Zusammenhang. Herb und rau, es gibt viele Abgründe, denn die Nordsee ist tief...

Pierre, auch dein Ermittler Albin Leclerc passt gut in die Landschaft, in der er tätig ist. Wie hast du ihn entwickelt und angelegt?

Pierre LaGrange: Die Idee zur Figur ist schon einige Jahre alt. Ich fand es reizvoll, einen Rentner ermitteln zu lassen, der sich selbst nicht zum alten Eisen gehörig fühlt, sondern aus dem System geschmissen worden ist, der aber noch einige offene Rechnungen hat und sich mit seiner neuen Rolle nicht abfinden kann. Das ist sicher etwas, das viele Menschen in diesem Alter nachvollziehen können. Ich mochte daran außerdem, dass es jemand ist, der außerhalb der Matrix agieren und sich so freier bewegen kann.

Seine Kollegen haben Albin zum Ruhestand einen Mops geschenkt. Welche Rolle spielt der?

Pierre LaGrange: Der Mops soll dafür sorgen, dass Albin Zerstreuung hat und den Kollegen nicht mehr auf die Nerven geht. Der Mops fungiert ein bisschen wie ein griechischer Chor, indem er Albin im gedanklichen Zwiegespräch immer mal wieder auf den Topf setzt. Aber er ist nicht aktiv wie Katzen in Katzenkrimis oder so.

Information
Die Bücher

Sven Koch hat soeben zwei neue Bücher auf den Markt gebracht – eines unter seinem eigenen Namen, eines unter dem Pseudonym Pierre Lagrange. Die Daten: Sven Koch, „Dünenfeuer", Knaur, 400 Seiten, ISBN 978-3-4265-18571; 9,99 Euro. Pierre Lagrange, „Tod in der Provence", Fischer Scherz, 448 Seiten, ISBN 978-3-6510-25127; 14,99 Euro.

Sven, würde ein Plot, den du für deine Nordsee-Serie entwickelt hast, genauso bei Pierre in der Provence funktionieren?

Sven Koch: Das glaube ich nicht, die Plots sind durchaus anders angelegt. Ich glaube, der Pierre hat da schon einen ganz eigenen Weg gefunden, der nicht meiner sein kann.

Pierre, das Flair im Süden ist lässig. Sind auch die Verbrecher gemütlich – gemütlicher als im Norden?

Pierre LaGrange: Nein, absolut nicht. Sie genießen vielleicht das Savoir-vivre etwas mehr als in anderen Ländern, aber das Gesicht des Verbrechens ist genauso abartig, fies und gemein wie anderswo. Vielleicht ist der Kontrast stärker, indem ich Dunkles in einer hellen Landschaft spielen lasse.

Pierre, du schreibst tatsächlich in einem französischen Ton. Passiert das automatisch oder musst du explizit daran feilen?

Pierre LaGrange: Ich glaube, dass grundsätzlich jede Geschichte ihren eigenen Ton hat. Und dass dieser Sound auch von den Protagonisten erzeugt wird. Das muss man nicht gezielt konstruieren, das kommt von selbst. Wenn man ein Requiem komponieren will, klingt das automatisch anders, als wenn man eine lustige Operette im Kopf hat.

Sven und Pierre, wenn ihr gemeinsam Urlaub machen würdet, wohin würde es gehen?

Pierre LaGrange: Nach Italien.

Warum?

Sven Koch: Da waren wir noch nicht so oft.

Sven, du dürftest bislang Pierres größter Fan sein. Sagst du ihm eine große Zukunft voraus?

Sven Koch: Ich sage ihm eine Zukunft voraus, weil ich weiß, dass er schon an einem weiteren Buch schreibt. Wie groß seine Zukunft sein wird, das bestimmen allein die Leser.

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