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Kunstwerk des Monats

Doris Lemberg-Hinsenhofen zitiert im Schloss Brake den mythologischen Fall des Ikarus

Lemgo. Die Detmolder Künstlerin Doris Lemberg-Hinsenhofen stellt in der Reihe des Landesverbandes Lippe „Kunstwerk des Monats“ aus Papier, Gaze, Erde, Sand und Pigmenten geschaffene Werke vor, die den griechisch mythologischen Fall des Ikarus zitieren.

Ab 1977 arbeitete die Künstlerin in Paderborn bei dem Bildhauer Josef Rikus, ist zwei Jahre lang in einer Restaurierungsfirma tätig und bildet sich künstlerisch in Workshops in der Bildhauerei, dem Aktzeichnen und Aktmodellieren weiter.

Malerei, Installation und Skulptur

Doris Lemberg-Hinsenhofen positioniert sich laut Mitteilung des Landesverbandes in Malerei, Installation und Skulptur, beteiligt sich an Ausstellungen in Lippe und darüber hinaus, engagiert sich in Kunstvereinen, nimmt seit dem Jahr 2008 an den Offenen Ateliers des Landesverbandes teil.

In ihrer bildhauerischen Arbeit entwickele sie einen weiblichen Ikarus, eine Ikarine in Serie auf Plexiglas. „Der Betrachter denkt beim Anblick dieser Arbeit assoziativ sofort an die griechische Mythologie, an Ikarus, der mit seinen aus Wachs geformten Flügeln der Sonne zu nahekam und ins Meer stürzte, das seitdem das Ikarische Meer heißt. Ikarus war der Sohn von Dädalus und beide waren gefangen im Labyrinth von König Minos auf Kreta. Der Vater baute Flügel aus Federn und Wachs, um fliehen zu können. Ikarus war leichtsinnig und übermütig, flog immer höher trotz der Warnung seines Vaters und nähert sich der Sonne, seine Flügel schmolzen“, erklärt der Landesverband.

Federn liegen auf den Boden

Perfekt ins Szene gesetzt sei der Absturz durch die freischwebende Ikarine vor dem Fenster: „Ihre Federn, die Wachsflügel zusammenhielten, liegen auf dem aus Sand und Erde bestehenden Boden.“

Die Ikarinen der Detmolderin sind laut Mitteilung Metaphern für Leichtsinn und Übermut und das Ignorieren von Risiken und Gefahren. Die Skulpturen, leicht und ästhetisch, forderten zur genauen Betrachtung auf. Auf dem zweiten weiblichen Körper in Rückenansicht erkenne man auch noch die Federn.

Die im Schloss Brake ausgestellten Werke sind bis zum 27. Januar jeweils montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags bis 12 Uhr zu besichtigen.

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