Augustdorf. Beim Lippe-Check, den die LZ zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut „Co Mind“ aus Oldenburg veranstaltet hat, ist Augustdorf in vielen Punkten nicht gut weggekommen. In der Kategorie „Familienfreundlichkeit“ landete die Gemeinde mit 5,6 von 10 möglichen Punkten auf dem vorletzten Platz. In den Kommentaren wurde gewünscht, dass es mehr Angebote für Kinder und Jugendliche geben sollte. Sehen die das auch so? Die LZ hat im Jugendzentrum (JZ) „Haus Funkenflug“ mal nachgefragt. Als einzige Jugendeinrichtung im Ort ist im „Funkenflug“ immer was los, Langeweile kommt bei Sozialarbeiter Lars Scheuß und seinen Kolleginnen und Kollegen nicht auf. Hier wird den Kids schon einiges an Programm geboten, aber Wünsche gibt es natürlich trotzdem. Die beziehen sich vor allem auf den Außenbereich und den Spiel- und Bolzplatz zwischen Haus und Schlesier Straße. Sechs junge „Funkenflug“-Besucher sagten der LZ, was sie sich an Verbesserungen wünschen. Emily (9) würde sich freuen, wenn ein- oder zweimal die Woche ein Eiswagen am Spielplatz Halt machte. Dennis (9) fände es gut, wenn es einen Kiosk in der Nähe des Bolzplatzes gäbe - auch wenn es natürlich im JZ auch Getränke und Snacks zu kaufen gibt. Aber das JZ ist auch nicht täglich rund um die Uhr geöffnet. „Getränke und so müssten aber billiger sein, das ist heute alles sooo teuer.“ Aus Taschengeld-Perspektive sicher zutreffend. Auch Tyler (11) fände einen Kiosk gut. Er wünscht sich mehr Mülleimer, denn es lägen doch viel Müll und Scherben herum. „Da sollte ein Schild stehen, dass alle auf Sauberkeit und Ordnung achten“, findet er. Wobei Dennis einfällt, dass hier auch gerne mal Böller gezündet und mit Holz und Blättern herumgekokelt wird - da fände er mehr Sicherheit schon gut. Bolzplatz verbessern Überhaupt könnte man am Bolzplatz noch einiges verbessern. Elias (9) hätte gerne einen Kunstrasen, die Fußballtore findet er viel zu klein, und Fangnetze dahinter sollte es geben, damit die Bälle nicht tief im Gebüsch landen. Cheyenne (11) findet, dass dem Spielplatz eine Netzschaukel fehlt, und Mia (12) bemängelt, dass die vorhandenen Schaukeln auf die ganz Kleinen abgestimmt sind: „Für die Älteren ist das Schaukeln schwierig, da sollten noch ein, zwei höher angebrachte Schaukeln hin.“ Emily ergänzt, dass es noch mehr Spielgeräte für kleine Kinder geben sollte. Und viele Kinder würden sich in den Boden eingelassene Trampolins wünschen. Insgesamt, finden die Kinder, sollte es mehr Spielplätze im Ort geben. Und die, die es gibt, seien nicht immer in gutem Zustand. So gebe es einen Spielplatz im Wald, da sei das meiste ziemlich verrostet, Rutsche und Trampolins kaputt, wissen Mia und Emily. Lars Scheuß weiß aus eigener Anschauung, dass etwa der Spielplatz in der Siedlung am Dören in einem katastrophalen Zustand ist. „Schulbusse sind zu voll“ Auch der Nahverkehr ist bei den Kindern schon Thema. Die Linienbusse sollten häufiger, regelmäßiger und pünktlicher verkehren und es sollte weniger Ausfälle geben - da sind sich Dennis, Mia und Emily einig. „Und wir brauchen mehr Schulbusse - die sind morgens so voll, dass man kaum atmen kann“, sagt Mia. Elias wünscht sich mehr Rücksicht von Autofahrern auf dem Schulweg - manchmal komme man kaum über die Straße. „Zu wenig Zebrastreifen und Ampeln“, meint Tyler. Und sonst so? Eine weitere Eisdiele in Augustdorf wäre nett, finden nicht nur Mia und Emily. Und wieder ein eigenes Hallen- und/oder Freibad - denn die nächste Batze ist in Detmold (Freibad Fischerteich) oder Schloß Holte-Stukenbrock (Gartenhallenbad). „Toiletten in schlechtem Zustand“ Ans „Haus Funkenflug“ haben die Kids nur wenig Wünsche - aber einen ganz dringenden: „Die Toiletten müssten mal neu gemacht werden“, finden alle. Denn die seien in einem Zustand, dass man sich kaum drauf traue. Tyler fände außerdem eine öffentliche Toilette für Augustdorf schön: „Aber kein Dixi-Klo.“ Sozialarbeiter Lars Scheuß weiß, dass einige Themen nicht neu sind. Vor Jahren habe es einmal ein Jugendforum gegeben, da sei der öffentliche Nahverkehr schon Thema gewesen. Es habe sommers schon mal einen Transferbus zum Fischerteich gegeben. Und es habe sich ja auch schon einiges gebessert: „Wir sind froh, dass der Bolzplatz erneuert wurde.“ Die Institution „Haus Funkenflug“ ist in Augustdorf fest etabliert. Viele Eltern, die ihre Kinder hierhin schickten, seien früher selber „Funkenflug“-Stammgäste gewesen, so Scheuß. Auch junge Erwachsene kämen gerne hierhin zurück, man habe Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer und Honorarkräfte, die Angebote des JZ seien fast immer ausgebucht. Zu manchen Veranstaltungen kämen auch junge Menschen, die sonst eher nicht zum „Funkenflug“-Publikum zählten: „Wir erreichen ein breites Spektrum.“ Viele Kinder fänden hier Möglichkeiten, die sie zu Hause nicht hätten, und lernten in der Gemeinschaft, sich an Regeln zu halten.