Augustdorf. Das festliche Adventskonzert „ auf den Morgenstern“ in der evangelischen Militärkirche war am Dienstagabend mit rund einer Stunde Dauer zwar klein, jedoch groß in seiner musikalischen Qualität und Ausstrahlung. Eingeladen hatte die Panzerbrigade 21 „Lipperland“. Kurz und knapp die Begrüßung durch Brigadegeneral Marco Eggert und Militärpfarrerin Annette Schulz. Dann war das Podium bereitet für die Kantorei der evangelischen Militärkirchengemeinde Augustdorf und den Chor „Querbeet“ der Alten Dorfkirche Augustdorf. Die instrumentale Basis für das Konzert lieferte das Streichquartett mit Studierenden der Hochschule für Musik, die als erstes Stück das bekannte „Hallelujah“ von Leonard Cohen intonierten. Dieses Lied von Streichern zu hören, verschaffte der Situation einen eindringlichen und sakralen Charakter, der unter die Haut ging. Bass, der berührt Dann übernahm Kantor Aaron Bettels, welcher die musikalische Leitung innehatte, die Moderation und verband die vier musikalischen Blöcke mit kurzen Überleitungen. Der erste Block „Warte “ bedeutete das Warten auf den Morgenstern, der zweite „Wirf deine Sorgen “ auf den Morgenstern, der dritte „Freue dich “ auf den Morgenstern und der vierte „Schenk ihm dein Herz“. „Der Morgenstern ist das Symbol für Christus selbst“, erläuterte Aaron Bettels, „und die Weisen folgen ihm.“ Mit dem Lied „Es kommt ein Schiff geladen“ nach einem Marienlied aus dem 15. Jahrhundert sang sich Bassbariton Avishsing Ramdhany erstmals ins Geschehen. Das „Wie soll ich dich empfangen“, ein Choral aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, war mit seiner warmen Bassstimme ein berührendes Erlebnis. Bei diesen Stücken zeigte auch der fein differenziert abgestimmte Chor mit voluminösem Vortrag seine stimmlich sauberen Qualitäten. Auch das Streichquartett brillierte mit der instrumentalen Untermalung, und besonders stach Heiko Jonathan Giel hervor, der bei seinen Solopartien eine hervorragende Fingerarbeit und Bogenführung bot. Besonders bei der „Pastorale“ von Arcangelo Corelli, laut Aaron Bettels „ein ruhiges Hirtenlied“, kam das sehr schön zur Geltung. Großer Abschluss mit „Morgenstern“ Ein Paradestück für Avishsing Ramdhany war natürlich das „Stille Nacht, heilige Nacht“ von Franz Xaver Gruber, gefolgt von „O Holy Night“ von Adolphe Adam, die den hohen Kirchenraum wunderbar füllten und spirituelle Tiefe übertrugen. Eigentlich hatten alle Lieder einen erhabenen Charakter, was sich auch bei „The first Novell“ aus dem 17. Jahrhundert, „Hark! The Herald Angels Sing“ sowie „God Rest Ye Merry Gentlemen“, alle drei aus England, wiederfinden ließ. Den großen Abschluss des Konzerts bildete dann „Die Könige“, Op. 8, Nr. 3 über den Choral „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ von Peter Cornelius, bei dem Avishsing Ramdhany und der Chor die Gemeinde nochmals zu begeistertem Applaus hinrissen.