Polizisten mit Samuraischwert bedroht: Täter in Nervenklinik untergebracht

Tilo Sommer

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das Landgericht in Detmold. - © LZ
das Landgericht in Detmold. (© LZ)

Bad Salzuflen. Körperverletzung, Bedrohung, unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte: Wegen einer ganzen Reihe von Anklagepunkten muss sich ein 32-Jähriger vor dem Landgericht Detmold verantworten. Da der Mann aus Bad Salzuflen zum Tatzeitpunkt schuldunfähig gewesen sein soll, prüft das Gericht nun, ob eine dauerhafte Unterbringung in einer psychatrischen Einrichtung sinnvoll ist.

Die Staatsanwaltschaft Detmold legt dem Angeklagten, der unter gesetzlicher Betreuung steht, mehrere Taten zwischen dem 24. August und 8. September vergangenen Jahres zur Last. Im September 2018 sei der Mann Polizisten in Bad Salzuflen aufgefallen, als er dort mit einem Samuraischwert durch den Drosselweg lief. An der Parkstraße am Kurpark sei er von den Beamten gestellt und aufgefordert worden, stehen zu bleiben. Daraufhin habe er das Schwert erhoben und zum Schlag ausgeholt. Unter dem Einsatz des Schlagstockes hatten ihn die Polizisten zu Boden gebracht und schließlich überwältigt.

Bei der anschließenden Durchsuchung fanden die Beamten Betäubungsmittel bei dem Mann, unter anderem Amphetamine. Am selben Tag habe der 32-Jährige bereits einen weiteren Mann bedroht, als er an dessen Haustür das Schwert zückte. Bevor Schlimmeres passieren konnte, schlug der Bedrohte die Tür zu.

Im August war der Bad Salzufler auffällig geworden, weil er mehrfach gegen eine einstweilige Anordnung verstoßen hatte. Das Amtsgericht Lemgo hatte mit einem Beschluss nach dem Gewaltschutzgesetz ein Kontakt- und Näherungsverbot ausgesprochen, wonach sich der 32-Jährige von einer Frau fernhalten musste. Dennoch habe er sie mehrfach aufgesucht, bei ihr geklingelt und Briefe im Briefkasten hinterlassen.

Mittlerweile sei der Mann in einer Nervenklinik untergebracht worden. Dort sei bei ihm eine schizophrene Erkrankung und eine Drogenabhängigkeit festgestellt worden. Da er für seine Taten strafrechtlich nicht belangt werden könne, müsse das Gericht nun unter Berücksichtigung eines fachpsychatrischen Gutachtens prüfen, ob aus der vorläufigen Unterbringen in einer psychatrischen Einrichtung eine dauerhafte wird.

Der Prozess beginnt am Donnerstag, 21. März, um 14 Uhr im Detmolder Landgericht. Ein Fortsetzungstermin ist für Montag, 1. April, um 11 Uhr angesetzt.

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