Von Porta zu Prada: Einser-Abiturientin aus Salzuflen startet Model-Karriere

Heidi Hagen-Pekdemir

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Berit Heitmann: Bei Porta fing alles an - © Wolfgang Rudolf
Berit Heitmann: Bei Porta fing alles an (© Wolfgang Rudolf)

Bad Salzuflen. "Ich wollte einfach nur mal erleben, wie sich so ein Contest anfühlt", erinnert sich Berit Heitmann. Es ist in den Sommerferien 2017, als sich die 15-Jährige spontan an einem Modelwettbewerb bei Porta-Möbel in Bielefeld beteiligt. Nur zwei Jahre später ist sie bei Prada unter Vertrag. In seiner aktuellen Kampagne wirbt das italienische Luxuslabel weltweit mit der Newcomerin. In Modemagazinen, auf großflächigen Fotos an den Wänden der Markenstores und in Videos - Berit ist das Gesicht der Marke.

Dabei habe sie ganz ohne Erwartungen bei dem Contest mitgemacht, erzählt die inzwischen 18-Jährige. Heidi Klum mit ihrer TV-Show habe sie neugierig gemacht. Für ein paar Stunden ist Berit zurückgekehrt an den Ort, wo alles begann: in die Abteilung junge Möbel des Einrichtungshauses im Osten der Stadt. 1,74 ist sie groß, feingliedrig und ungeschminkt. Dass sie den Wettbewerb gewinnt, mit einem Modelvertrag und der Zusage für ein Fotoshooting in der Tasche nach Hause zurückkehrt, habe sie überrascht. Von einer Karriere wagte sie damals nicht zu träumen.

Sommersprossen, blaue Augen - dieser Modeltyp ist gefragt

Berit, bodenständig und behütet aufgewachsen in Bad Salzuflen, will erst einmal die Schule abschließen. "Für mich stand fest, dass ich mein Abi so gut wie möglich bestehe." Das hat sie kürzlich auch bravourös geschafft, mit der Note 1,2. Aufs Modeln bereitete sie sich bis dahin in der knappen Freizeit vor - mit Hilfe ihrer Agentur Spin Model Management, dem Ausrichter des Wettbewerbs im Möbelhaus. Deren Chef Chris Riechmann, damals auch Jurymitglied, war von Berit auf Anhieb überzeugt.

Die 18-Jährige in Aktion. - © Spin Model Management
Die 18-Jährige in Aktion. (© Spin Model Management)

"Es ist ihr Gesicht mit den tollen blauen Augen, den Sommersprossen und diesen markanten Augenbrauen, das ihre Anziehungskraft ausmacht", schwärmt der Manager. Was er damals schon ahnte, hat sich bestätigt: Berit Heitmann ist ein Modeltyp, der international ankommt. Auch die Scouts von Prada haben das schnell erkannt und die junge Frau kürzlich gebucht. "Die Marke entdeckt häufig künftige Topmodels", weiß Riechmann. Die Amerikanerin Gigi Hadid sei ein Beispiel. Und Berit? Die war, als die Anfrage aus Mailand kam, "einfach nur überwältigt".

Während die Mitschüler den Abiball vorbereiteten, probierte Berit im Studio die ersten Prada-Outfits aus. Sieben Tage dauerte das Fotoshooting für die Kampagne. "Solche Sachen den ganzen Tag tragen zu können, fand ich schon cool", erzählt sie von den Aufnahmen. Als dann wenig später an unterschiedlichen Plätzen die Werbung mit ihr auftauchte, erkannte sie sich zunächst nicht wieder. "Ich war mir selbst fremd, vor allem in Verbindung mit dem Markennamen."

Prada wurde auf die 18-Jährige aufmerksam. - © Spin Model Management
Prada wurde auf die 18-Jährige aufmerksam. (© Spin Model Management)

Nächster Höhepunkt der Blitzkarriere: Berit führt am 18. September die neueste Prada-Kollektion in Mailand auf dem Laufsteg vor. Auch bei anderen Designerschauen in europäischen Metropolen war sie schon gebucht. Die Reisen haben Fernweh ausgelöst. "Früher ging es meist mit meinen Eltern gerade mal bis an die Ostsee", erzählt sie.

Das Elternhaus bleibt ihr sicherer Hafen

Verändert hat das neue Modeldasein auch ihre Lebensgewohnheiten. "Mein Gesicht und mein Körper sind mein Kapital", weiß Berit. Und dafür macht sie einiges. Aktuell ist sie dabei, ihre Ernährung auf vegane Gerichte umzustellen. Neuerdings kocht sie häufig selbst. Und beim Sport hat sie den Schwerpunkt, der flexiblen Zeiteinteilung wegen, von Leichtathletik auf Fitnesstraining verlagert.

Ihr Lebensmittelpunkt bleibt nach wie vor ihr Elternhaus. "Dort ist mein sicherer Hafen", ist die junge Frau überzeugt. Das soll vorerst so bleiben. Mit 18 sei sie noch jung. Modeln möchte sie so lange wie möglich. Und wenn die Aufträge mal ausbleiben? Ein Medizinstudium kann sie sich vorstellen, mit Schwerpunkt auf Alzheimer- oder Krebsforschung. "Mit meiner Abi-Note ist vieles möglich", sagt Berit und wirkt ziemlich entspannt.

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