Bad Salzuflen-Lockhausen. Eine ungleiche Liebe: Einer versucht sich zu lösen, der andere gibt ihn nicht frei. Wenn die Beziehung zur Geiselnahme gerät – Felix Neef bezeichnet das als „Stockheim Syndrom" in Anlehnung an das „Stockholm-Syndrom". Über tiefe Synthie- Harmonien und einen trockenen Schlagzeugbeat erzählt Felix Neef alias Fené die Geschichte seiner neuen Single „Stockheim Syndrom". Es ist die erste Veröffentlichung des Musikers aus Bad Salzuflen seit vier Jahren. „Ich kann dich nicht hassen", stößt er im Refrain verzweifelt aus. Aufgenommen hat der Musiker den Song in Eigenregie in seinen eigenen vier Wänden. Ein passendes Video drehte für ihn der Herforder Thomas Dickenbrok. „Freundlicherweise stellte der Bildungscampus Herford dafür die Räumlichkeiten zur Verfügung", sagt Felix Neef. Die Schauspielerin Felicia Kret aus Bielefeld verkörpert im Video die Gefangene. Als „Pop mit Inhalt" bezeichnet Felix Neef seinen Stil. „Ich möchte nicht so platte Texte schreiben, sondern gesellschafts- und sozialkritische Themen angehen", sagt der 34-Jährige. Inspiration mitten aus dem Leben Die Figur aus seiner neuen Single entspringt einer Beobachtung, die er in seinem sozialen Umfeld gemacht haben will. „Stockheim" stehe für ihn für das typische deutsche Städtchen, in dem solche Beziehungen überall ihren Lauf nehmen. Wortspiele zeichnen seine Texte aus, sagt der Musiker. Besonders die Indie-Szene der sogenannten Hamburger Schule oder Bands wie „Kettcar" hätten ihn musikalisch und textlich beeinflusst. Nach Konzerten kämen häufig Zuschauer auf ihn zu und fragten ihn nach der Bedeutung seiner lyrischen Ergüsse. Auf der Bühne gestanden hat Fené seit längerer Zeit nicht. Seine neue Veröffentlichung sei nun Triebmotor, um wieder Konzerte zu geben. „Ich bin vor drei Jahren Vater geworden, da hatte ich erst einmal keine Zeit, um ernsthaft Musik zu machen. Es hat aber geköchelt", sagt er. Sein erstes Konzert seit seiner Pause gibt er am Sonntag, 26. Januar, im Königskrug in Lockhausen. Seine Auftritte seien generell eher zum Zuhören als zum Tanzen geeignet, sagt er. Auch live möchte er den minimalistischen Stil seiner Aufnahmen beibehalten. „Die Keyboard-Gesangs-Harmonie wird im Vordergrund stehen, das Schlagzeug synchronisiere ich quasi vom Band", sagt er. Neben ihm wird noch der Singer-Songwriter Bernard G. Muller auftreten. Der Frankfurter singt englische Texte und erinnert musikalisch an Folk-Legenden wie Jim Croachy und Cat Stevens. Der Auftritt beginnt um 16 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Euro.