Tötungsdelikt in Bad Salzuflen: Vater soll Sohn und sich selbst umgebracht haben

Sven Kienscherf

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Bad Salzuflen. In einem Mehrfamilienhaus in der Mozartstraße ist es am Dienstagmorgen zu einem Tötungsdelikt mit anschließendem Suizid gekommen. Das SEK war im Einsatz - die Straße für mehrere Stunden gesperrt.

Nach LZ-Information soll es gegen 8.40 Uhr morgens in einem Mehrfamilienhaus zu einem lautstarken Streit gekommen sein, woraufhin Nachbarn die Polizei riefen. Eine verletzte Frau sei auf der Straße gesichtet worden. Inzwischen waren auch Spurensicherung und die Staatsanwaltschaft vor Ort. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Christopher Imig sind am Tatort zwei Leichen gefunden worden.

Frau lief schwer verletzt auf die Straße

Nach derzeitigem Ermittlungsstand steht ein 43-jähriger Vater unter Verdacht, seinen 13-jährigen Sohn getötet und sich anschließend selbst das Leben genommen zu haben. Der Mann soll davor seine 42-jährige Frau verletzt haben.

Ein Nachbar berichtet gegenüber der LZ, dass die Frau nahezu unbekleidet auf die Straße gelaufen war. „Sie hatte Messerverletzungen am Arm und auch Blut am Oberkörper", sagt der Mann. Er und eine weitere Nachbarin hätten sich um die 42-Jährige gekümmert, die zunächst zurück in die Wohnung wollte – wohl um ihrem Kind zu helfen. Den Nachbarn sei es aber gelungen, sie davon abzuhalten und zu warten, bis Arzt und Polizei eintrafen. Die Frau wurde schließlich schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Die Hintergründe sind noch unklar

Der Nachbar schildert, dass es vor der Tat zu einem lautstarken Streit in dem Haus gekommen sei. Er habe sich gerade in sein Auto gesetzt, um zur Arbeit zu fahren, als er laute Stimmen hörte. Kurz danach habe er in seinem Rückspiegel die Frau gesehen, die auf der Straße lief. Oberstaatsanwalt Christopher Imig bestätigt unserer Redaktion die Schilderungen des Nachbarn im Wesentlichen. Zur Tatwaffe und Motiv wollte er aber zunächst noch keine Angaben machen.

- © Freitag TV
Spurensicherung vor Ort (© Freitag TV)

Die Polizeibeamten fanden laut Imig beim Eintreten in die Wohnung die Leichen des Sohnes und des Mannes vor. Nach den bisherigen Ermittlungen gehen die Beamten davon aus, dass der 43-Jährige seinem Sohn tödliche Verletzungen zugefügt hat und sich anschließend das Leben nahm. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar und „Gegenstand der andauernden Ermittlungen", heißt es. Inzwischen ermittelt die Mordkommission "Mozart".

Nachbarschaft unter Schock

Laut Imig wollen sich Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch weiter zu dem Fall äußern. Auch die Obduktionsergebnisse der Leichen sollen dann vorliegen. Die Familie habe bisher recht unauffällig gelebt, erzählen Nachbarn gegenüber der LZ. Vor zwei bis drei Jahren sollen sie in das Haus gezogen sein, außer dem Paar wohnen noch andere Parteien auf insgesamt drei Etagen in dem Mehrfamilienhaus. Die Nachbarschaft stehe unter Schock.

Erst am frühen Dienstagmorgen hatte die Detmolder Staatsanwaltschaft bekanntgegeben, dass am Sonntag zwei Leichen in Lemgo aufgefunden wurden. In diesem Fall gehen die Ermittler von einem erweiterten Suizid aus.

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Da es eine hohe Nachahmerquote gibt, berichten wir nur über Selbsttötungen, wenn es besondere Gründe für eine erhöhte Aufmerksamkeit gibt.

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