Bad Salzuflen. Die Stadt plant die Aufwertung des Landschaftsgartens hinter dem Kurpark. Dort soll eine „Kneipp-Erlebniswelt“ entlang eines zwei Kilometer langen Rundwegs durch die Natur entstehen. Für das mit rund 1,2 Millionen Euro kalkulierte Projekt mit diversen Stationen hofft die Stadt auf Fördermittel des Landes in Höhe von 80 Prozent der Investitionssumme. Den Antrag stellte die Stadt Ende Januar. Ob die Förderung bewilligt wird, steht noch nicht fest. Zum Hintergrund: Seit August 2013 war Bad Salzuflen als „Kneipp-Kurort“ anerkannt. Im Juni vergangenen Jahres ist die Stadt zum „Kneipp-Heilbad“ aufgestiegen - als einziges Bad in NRW. Verliehen wurde das Prädikat von der Bezirksregierung Detmold. „Mit der Schaffung der Kneipp-Erlebniswelt im Landschaftsgarten soll ein neuer, attraktiver Erlebnis- und Erholungsort geschaffen werden, der in Ergänzung zur bereits vorhandenen Infrastruktur einen zusätzlichen Anziehungspunkt für Gäste aller Generationen darstellt“, sagte jetzt Ralf Hammacher, städtischer Fachbereichsleiter für „Touristik, Kultur und Gesundheit“, bei einer Präsentation des Projekts vor dem Rat. Sechs Kneipp-Bereiche Im Landschaftsgarten gibt es bereits Sportgeräte, einige Kneippstationen (Barfußpfad, Becken, Meditationsplatz, Kräuterspirale) sowie eine Boulebahn, alle Stationen seien jedoch eher auf Erwachsene ausgerichtet, so die Verwaltung. Neu entstehen soll eine rund zwei Kilometer lange „Tour“, die sich weitgehend an der Hauptwegeführung orientiert. Geplant sind sechs Bereiche: fünf Standorte nach den „Säulen“ von Kneipp und ein Kneipp-Erlebnisbereich für Kinder, wie Katja Mönnigmann-Steinbeck, Fachbereichsleiterin für Schule, Jugend und Soziales der Stadt, berichtete. Die fünf Säulen von Sebastian Kneipp (1821-1897) lauten Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilkräuter und innere Balance. Mittels QR-Code und Audioguide sollen Gäste Inhalte der Stationen über das eigene Mobiltelefon erschließen können. Nebeldüsen und Hängematten im Schatten Ferner sollen in der Erlebniswelt Themen wie Umwelt, Klima oder Gesundheit durch einen spielerischen und erlebnispädagogischen Ansatz Familien und anderen Gästen nahe gebracht werden. Darüber hinaus sollen naturnahe Sitz- und Aufenthaltsflächen Möglichkeiten für Begegnung und Austausch bieten. Weiterhin ist vorgesehen, im Landschaftsgarten sogenannte „cool-locations“ auszuweisen, die in Zeiten des Klimawandels - insbesondere an heißen Sommertagen - zur Abkühlung, Erfrischung und Erholung beitragen sollen. Gedacht ist laut Hammacher beispielsweise an Nebeldüsen, mobile Trinkwasserbrunnen, Bänke unter Baumbestand oder Hängematten im Schatten. Mönnigmann-Steinbeck hält das Vorhaben im Landschaftsgarten für ein „tolles Projekt“, das sicher insbesondere von Familien gut angenommen werde. Die neuen Stationen sollen „homogen und naturnah in die Kulisse des Gartens“ integriert werden, so Hammacher. Dazu werde auf Barrierefreiheit geachtet. Eine WC-Anlage hingegen sei nicht vorgesehen. Zum Zeitstrahl: Mit einer Entscheidung über den Förderantrag rechnet die Stadt laut Hammacher in diesem Sommer. Anschließend soll ein Beteiligungsverfahren gestartet werden, um zu eruieren, welche Angebote sich die Zielgruppen aus allen Generationen wünschen. „Da geht es insbesondere auch um die Belange von Kindern und Jugendlichen“, sagt Hammacher. Anschließend konzipiert ein von der Stadt beauftragtes Büro für Landschaftsarchitektur die Erlebniswelt. Eröffnung könnte Ende 2027 sein. Sicher vor Vandalismus Die Erlebniswelt wird rund um die Uhr frei zugänglich sein. Fürchtet die Stadt da nicht Vandalissmus? Dazu Hammacher: „Die Gerätschaften werden für den öffentlichen Raum konzipiert. Sie werden vandalismussicher sein.“ Eine Kneipp-Erlebniswelt mit zehn Stationen gibt es bereits in Olsberg im Sauerland. In Bad Salzuflen ist bis zur Eröffnung im Mai 2020 das „Erlebnisraumkonzept Sole & Kneipp“ mit mehreren Themen-Pavillons in der zuvor sanierten Wandelhalle wie im umgebauten Kurpark realisiert worden. Für das Erlebnisraumkonzept im Kurpark gab es eine Förderung von rund 1,73 Millionen Euro, der städtische Anteil lag bei rund 433.000 Euro.