Bad Salzuflen-Retzen. Ein Jahrhundert Vereinsgeschichte: Der TuS Rot-Weiß Grastrup-Retzen hat am Pfingstwochenende sein 100-jähriges Jubiläum mit straffem Programm gefeiert. Rund 200 Menschen versammelten sich allein am Samstag in rot-weißen Trikots beim Vereinsumzug durch Retzen. Mit dabei: viele Erinnerungen. Kurz vor Start war Johannes Dittmar von den Stadtwerken Bad Salzuflen zu sehen. Diesmal war der 41-Jährige nicht im Hemd, sondern im „Rot-Weiß Grastrup-Retzen“ Trikot unterwegs: „Ich bin seit 41 Jahren im Verein angemeldet. Mein Vater hatte mich nach meiner Geburt direkt eingetragen.“ Dittmar ist in Retzen aufgewachsen: „Der Verein ist für mich nicht nur Fußball, sondern auch Freundschaft und Familie.“ Und: „Das ist kein 0815 Verein. Ich liebe die verrückten Events, die wir hier veranstalten.“ Er kann sich gut daran erinnern, wie er beim Wettkampf „Frauen tragen“ das Gewicht seiner Frau in Bierliter umgerechnet als Preis gewann. Der größte Moment für ihn war der Aufstieg in die Kreisliga A. Dem schloss sich die 47-jährige Vereinsvorsitzende Kerstin Funke an: „Damals hat das ganze Dorf mit gefeiert.“ Generationen erinnern sich Auch die Jüngeren freuten sich, dabei zu sein. Der 11-jährige Torwart der D-Jugend Leonard spielt gerne in Retzen, sagt er: „Die Menschen sind nett und es macht Spaß in meiner Mannschaft zu spielen.“ Die 87-jährige Elga Meier ist bereits seit 50 Jahren für die Gymnastikgruppe des Vereins tätig. Sie verbindet vor allem die Freundschaften mit dem Verein. Als der Umzug startete, stellten sich die rund 200 Menschen in Gruppen hintereinander auf. Vorne die Vorsitzenden des Vereins, gefolgt vom Posaunenchor und der Gymnastikgruppe. Dahinter die Kinder vom Turnen, die Minikicker und die E und D-Jugend. Außerdem die Mittwochsturner und die Feuerwehr. Andere Vereinsmitglieder bildeten Kleingruppen und zogen Bollerwägen mit Schlagermusik und Bier hinter sich her. Das Festprogramm ging am Freitag los, an dem die Geschichte des Vereins gefeiert wurde. Nach dem Umzug am Samstag sorgte ab 20.30 Uhr die Live-Band „Holy Moly“ für Stimmung im Festzelt. Am Sonntag gab es ab 13 Uhr ein Kaffee- und Kuchenbuffet. Abends ging es mit dem Höhepunkt „100 Jahre TuS – Die Party“ weiter. Pfingstmontag ließen die Vereinsmitglieder das Jubiläum mit einem Gottesdienst und Fußball ausklingen.