Bad Salzuflen. Eine Katzenmutter mit fünf Kitten sind es gewesen, die eine Frau jetzt in einem Karton an einem Glascontainer in Leopoldshöhe gefunden hat. Die vermutlich erst zwei bis drei Wochen alten Tiere sind nun erst mal im Tierheim an der Ziegelstraße gelandet. Und vor ein paar Tagen sind kleine Katzen vorbeigebracht worden, die auf dem Grundstück eines Entsorgungsunternehmens in Bad Salzuflen herumstreunten. „Das hätte aufgrund der dort herumfahrenden Fahrzeuge auch böse ausgehen können“, sagt Sabrina Fiebig vom Katzenhaus des Tierheims. In beiden Fällen hatten die Katzenkinder wohl Glück, dass sie rechtzeitig gefunden wurden. Sie appelliert an Katzenbesitzer, ihre Tiere kastrieren zu lassen. Zwar schreibt der Kreis Lippe vor, dass Freigängerkatzen kastriert werden müssen, aber das bedeute nicht, dass es auch gemacht werde, so Fiebig. „Viele Leute haben Ausreden, wie, dass der Kater dann ja nicht mehr jagen könne oder Ähnliches.“ Das sei natürlich falsch, aber dennoch seien viele Katzen nicht kastriert. „Ich würde schätzen, dass 95 Prozent der Fundkatzen, die bei uns abgegeben werden, nicht kastriert sind“, sagt Fiebig. Die unkontrollierte Vermehrung hat Folgen: Viele der Kitten sterben, wie Fiebig sagt. „Sie werden von Waschbären oder Füchsen gefressen, gehen an Krankheiten zugrunde oder werden von Autos überfahren.“ Zwar sei die Zahl der Jungkatzen, die in diesem Jahr bisher im Tierheim abgegeben wurden, überschaubar. „Ich vermute aber, dass viele bei den zurückliegenden kalten Temperaturen in der Nacht bereits eingegangen sind.“ Die kleinen Katzen, die es bis ins Tierheim geschafft haben, hatten Glück. Bei ihrer Ankunft werden sie auf Krankheiten durchgecheckt, wenn sie acht Wochen alt sind unter anderem gegen Tollwut und Katzenschnupfen geimpft und spätestens, wenn sie sieben Monate alt sind, kastriert.Werden sie vorher an Interessenten abgegeben, müssen diese im Nachgang nachweisen, dass sie die Tiere zur Kastration gebracht haben. „Der Tierarzt stellt dann eine Bescheinigung aus“, erklärt die Expertin. Die Kastration sei bereits im Vorfeld vom Tierheim bezahlt worden und in der Schutzgebühr von 180 Euro pro Katze enthalten, die die neuen Besitzer bei der Weitergabe entrichten müssen. „Da zahlen wir als Tierheim in der Regel aber drauf“, sagt Fiebig. Die Kastration eines erwachsenen Katers koste im Schnitt mehr als 150 Euro. „Zudem sind die Tiere bereits zum Teil mehrfach entwurmt und vollständig geimpft.“ Fiebig: „Es könnte Katzen viel Elend ersparen, wenn sich Menschen ihre Tiere kastrieren lassen würden.“