Herford. Ohne sie geht nichts, sie ist das Herz, die Schaltzentrale des H2O: die Wassertechnik im Keller des Schwimmbades. Seit rund 30 Jahren sorgt sie dafür, dass die verschiedenen Becken die richtige Temperatur haben und der Chlorgehalt zuverlässig reguliert wird. Doch die Technik ist inzwischen veraltet, Ersatzteile nicht mehr verfügbar, der Aufwand für Wartung und Betrieb steigt. Nun steht eine Millioneninvestition an. Was bedeutet das für die Besucher? – die wichtigsten Fragen und Antworten. Was genau ist das Problem im H2O? Konkret geht es um die vier Filterkreise des Schwimmbads. Jeder dieser Kreise ist auf ein bestimmtes Becken abgestimmt (etwa Nichtschwimmer-, Wellen- und Sprungbecken und den Whirlpool) und reguliert die Wassertemperatur und passt den pH-Wert des Wassers an. Nach rund 30 Jahren Dauerbetrieb und Millionen Litern Wasser die bereits geeinigt wurden, zeigt sich jedoch ein deutlicher, altersbedingter Leistungsabfall, das System wird störanfälliger. Mitarbeiter müssen immer häufiger manuell eingreifen, immer mehr Frischwasser muss zugeführt werden. „Dadurch steigt die Wärmeleistung, denn das Frischwasser ist kalt und muss erst wieder auf Temperatur gebracht werden“, erklärt Markus Diering, Leiter der Freizeiteinrichtungen in Herford. Grundsätzlich gelte: „Je älter die Filterkreise sind, desto mehr Frischwasser und Energie werden benötigt.“ Hinzu kommt ein steigender Einsatz von Chemikalien wie Chlor oder pH-Regulatoren. Hier spielt auch die Auslastung des Bads eine Rolle: Das H2O verzeichnet heute deutlich mehr Besucher als noch vor 30 Jahren – entsprechend häufiger müssen die Hygienewerte angepasst werden. Im vergangenen Jahr besuchten rund 552.000 Menschen das Bad, Besucherrekord. Müssen sich Besucher des H2O nun Sorgen machen? Nein, sagt Diering klar. Die Wasserqualität sei jederzeit sichergestellt. „Die Filterkreise machen einen guten Job – sie sind nur ineffizient“, betont er. Vor diesem Hintergrund sei eine Erneuerung zwingend notwendig. Zudem werde die neue Anlage voll automatisiert arbeiten, über eine Wärmerückgewinnung verfügen und flexibel auf die jeweilige Besucherzahl reagieren können. Wie läuft die Umrüstung der Wasserfilter im H2O ab? Den Anfang macht der Filterkreis II, der die Freizeitbecken versorgt. Nach den Osterferien soll der Austausch beginnen. Zunächst wird die neue Technik, wie bisher, im Keller des Schwimmbads installiert. Da jedoch alle vier Filterkreise erneuert werden und die neue Technik deutlich mehr Platz benötigt, wird der Keller schnell zu klein. Deshalb soll das bisherige Verwaltungsgebäude zeitnah abgerissen werden. An gleicher Stelle ist ein Neubau geplant, in dem künftig dann neben Büroräumen auch die anderen Filterkreise untergebracht werden. „Das Gebäude war ohnehin an seine Grenzen gekommen“, so Diering. Zudem sei der Standort ideal, da es direkt neben dem Keller liegt und dadurch nur kurze Leitungen zum Schwimmbad verlegt werden müssten. Übergangsweise arbeitet das Team in Containern, die bereits aufgestellt wurden. „Die komplette Umrüstung kann durchaus bis zu zwei Jahre dauern“, sagt der Freizeitchef. Was kommt auf die H2O-Besucher zu? Wenn alles nach Plan läuft, bekommen die Besucher von den Arbeiten nichts mit. Der Betrieb läuft normal weiter. Wenn der erste neue Filterkreis in Betrieb geht, könne es aber durchaus dazu kommen, dass das Bad ein paar Stunden später als gewöhnlich öffnet. „Wir versuchen, diese Phase in unsere Revisionszeit im Sommer zu legen. In der haben wir ohnehin wie gewohnt fünf Tage geschlossen“, so Diering. Millioneninvestition: Steigen nun die H2O-Eintrittspreise? Insgesamt investiert das H2O rund vier Millionen Euro in die neue Technik. Dennoch sollen die Eintrittspreise dadurch nicht automatisch steigen. „Solche Investitionen haben keinen direkten Einfluss auf die Eintrittspreise“, erklärt Diering. Maßgeblich seien vielmehr Energie- und Personalkosten. Dass der nun bald deutlich niedrigere Energiebedarf dazu führt, dass die Preise sinken, könne derzeit aber auch noch nicht seriös versprochen werden. Zu unsicher sind die Kostenprognosen. Ist auch die Sauna von den Arbeiten betroffen? Ja. Der Filterkreis II versorgt auch das Becken im Saunabereich. Auch hier sollen Besucher jedoch keine Einschränkungen oder Qualitätsverluste bemerken.