Barntrup. Gemeinsames Frühstücken, Kaffeetrinken, Skatabende, Nadelclub, Kleiderstube sowie Ausflüge - das alles und noch mehr hat der Ortsverein Barntrup der Arbeiterwohlfahrt (AWO) zu bieten. Er feiert am Wochenende mit geladenen Gästen seinen 50. Geburtstag. Grund für die Mitglieder, mal auf das Erreichte zurückzublicken. Am 22. April 1975 wurde die AWO Barntrup gegründet. Von den Gründungsmitgliedern lebt zwar keiner mehr, aber kurz danach trat Friedel Wehrbein (97) in den Ortsverein ein. Er wird am Samstag für seine 50-jährige Mitgliedschaft geehrt. Kassierer Wilhelm Hindriks ist schon 47 Jahre dabei - und im Vorstand. „Es hat mir immer viel Spaß gemacht“, sagt der Barntruper. Er leitet außerdem den 2003 ins Leben gerufenen Skatclub, der mittlerweile aber etwas mehr Teilnehmer vertragen könne. Kleiderstube für alle Elvira Klusmeier ist 1987 zur AWO gekommen. Nur ein Jahr später, im Oktober 1988, seien die ersten Aussiedler in der Stadt angekommen. Klusmeier bot ihre Hilfe an und hat sich seither der Kleiderstube, die sich inzwischen in der Wolfstraße 12a befindet, verschrieben. Ein Team aus zehn ehrenamtlich tätigen Frauen kümmert sich um Kleidung, Bettwäsche und Ähnliches. Die Einnahmen werden gesammelt und an verschiedene soziale Einrichtungen und Vereine gespendet - zuletzt an das Freibad Barntrup. „Zu uns kommen nicht nur Flüchtlinge, sondern auch normale Bürger, die gegen einen geringen Preis etwas erwerben können“, sagt die 74-Jährige. „Ich mache das gerne, und mir würde das Herz bluten, wenn die Sachen alle im Container landen würden. Unsere Kleiderstube hat also auch etwas mit Nachhaltigkeit zu tun.“ Was übrig ist, erhalte der Lemgoer Verein Agape, der Kinder in Rumänien und anderen osteuropäischen Ländern unterstützt. Umschwung 2013 Ulrich Greinert ist seit zwölf Jahren dabei, davon die vergangenen acht Jahre als Vorsitzender. „Als ich zur AWO Barntrup kam, kamen nicht mehr viele Besucher zu den Veranstaltungen, vielleicht 15 bis 20 - und fast keine Männer. Doch dann gab es einen Aufschwung“, erinnert sich der 78-Jährige. Das habe damit zu tun, dass die Mitglieder damals gemeinsam die Räume umgestalteten. „Wir haben beispielsweise eine neue Akustikdecke eingezogen, denn hier hörte es sich an wie in einer Fabrikhalle. Viele Möbel bauten wir selbst nach unseren Vorstellungen“, sagt Greinert. Auch eine neue Beleuchtung kam in den Standort am Neuen Haus (Ecke Kellerstraße/ Obere Straße). Die Räume gehören der Stadt. Miete und Nebenkosten müsse die AWO nicht bezahlen. „Wir können hier schalten und walten wie wir möchten. Darum beneiden uns viele andere Vereine. Dafür möchten wir uns bei der Stadt herzlich bedanken. Das ist nicht selbstverständlich“, sagt der Vorsitzende. Die Mitgliederzahl sei von damals 45 auf heute 80 gestiegen. „Mittlerweile sind wir auch mehr Männer“, freut sich Greinert. So gibt es beim Seniorennachmittag, der die ersten drei Donnerstage im Monat ab 15 Uhr stattfindet, auch einen Männertisch. „Dazu ist jeder willkommen - nicht nur Mitglieder. Das macht Spaß, auch wenn es Arbeit bedeutet“, sagt der Vorsitzende. Das „Wir-Gefühl“ Eine, die das nur zu gut weiß, ist Ursel Haverich. Sie kümmert sich seit 2013 um Kaffee und Kuchen und erklärt, was den Seniorennachmittag ausmacht: „Das ist die Kommunikationszentrale im Ort. Wir erzählen von früher und den neusten Klatsch und Tratsch. So sind wir alle auf dem aktuellen Stand.“ Rund 23 Gäste kämen jedes Mal. Manchmal gibt es auch Vorträge, beispielsweise von der Polizei, Feuerwehr oder dem Zentrumsmanager. Noch mehr Arbeit mache das gemeinsame Frühstück am letzten Mittwoch im Monat ab 10 Uhr. Dafür zeichne Anne Greinert verantwortlich. Beim letzten Mal hätten sich 33 Gäste angemeldet. „Das ist wie ein Buffet im Hotel“, schwärmt Klusmeier. Der Austausch steht auch beim Nadelclub im Vordergrund, den Angelika Hindriks leitet. Bis zu 19 Teilnehmer sind dienstags ab 15 Uhr dabei, wenn bei Kaffee und Keksen gehäkelt, gestrickt, genäht und natürlich geklönt wird. Theresa Krumsiek ist seit 24 Jahren bei der AWO. Sie meint: „Es ist wichtig, Angebote für Treffen zu machen, damit nicht jeder allein zu Hause sitzt.“ „Früher wären wir vielleicht aneinander vorbeigelaufen, heute reden wir erstmal, wenn wir uns begegnen“, ergänzt Haverich. „Das ist es, was die AWO ausmacht: das Wir-Gefühl“, findet Klusmeier.