Blomberg-Donop. Spurlenksysteme sind in der landwirtschaftlichen Praxis nichts Besonderes mehr. Im praktischen Einsatz ist nicht nur die Genauigkeit der Steuerung wichtig, sondern auch die Verfügbarkeit und Stabilität des Systems. Vorbei sind die Zeiten, wo der Landwirt einfach von links nach rechts fährt. Effizienz ist mehr als ein geflügeltes Wort. Philip Oetting arbeitet bei Kuhlmann Landtechnik in Donop und kennt sich aus. Er sagt: „Es geht bei der neuesten Technik um die Auslastung der Maschinen und um die Entlastung der Fahrer." Nicht entscheidend sei dabei, ob es speziell um die Ernte, die Düngung der Felder oder den Pflanzenschutz gehe. „Grundsätzlich vereinfacht die neue Technik natürlich auch die Dokumentation. Also Fragen von Materialeinsatz und den dazu gehörigen Terminen", so der Kuhlmann-Mitarbeiter. Denn gerade wegen der EU-Subventionen müssen heute auch Landwirte alle möglichen Daten über Jahre aufbewahren. Gut, wenn sie durch moderne Technik auf einen USB-Stick passen und nicht mehr mehrere Leitz-Ordner verschlingen. Heute kann man nachts spritzen Ein GPS-System in der Traktorkabine gehört gerade für junge Landwirte mittlerweile zum Alltag. Die Technik an Bord speichert Daten über die Bodenbeschaffenheit genauso gut wie die Abstände in den Pflanzreihen oder die Düngemenge je Quadratmeter. Am Ende einer Fruchtfolge lassen sich Ernteerträge und lokale Voraussetzungen miteinander vergleichen und Schlüsse ziehen.„Das führt auch dazu, dass man den Traktor nachts besser einsetzen kann, weil die Lichtverhältnisse früher ohne GPS die Fahrten auf dem Acker doch nicht so effizient erscheinen ließen", meint Oetting. „Heute kann man nachts spritzen, wenn keine Bienen mehr unterwegs sind und es deutlich weniger windig ist als tagsüber." Die ganze Technik findet quasi in einem Display statt. Farbige Balken wandern von links nach rechts, Sensoren befinden sich am Güllefass – alles sehr modern, bis ein großes Waldstück den Satelliten stört und der Traktor auf einmal nicht mehr online ist. Oetting: „Die Technik kann sicherlich nicht jede Störung aushalten, das stimmt."Ansonsten sieht die Landwirtschaft die neuesten technischen Errungenschaften eher positiv. Vieles wird genauer, Drillmaschinen halten die Reihenabstände ein und der Mais wird so genau wie möglich gelegt. Am Ende der Entwicklung scheint man längst nicht zu sein. Oetting blickt in die Zukunft und kommentiert: „Wenn Sie den richtigen Traktor haben, fährt der quasi von alleine und Sie können während der Arbeit einen Kaffee trinken."Und was braucht der Monteur von morgen, wenn es mal nicht läuft? „Immer seltener einen Schraubenzieher. Ich fahre bei Problemen in der Programmierung mit dem Laptop aufs Feld und verbinde die Systeme. Ein Handy ist auch gut, dann lassen sich Arbeitsschritte gleich durch Fotos dokumentieren", sagt der Landtechniker.