"Der Tisch" ist gedeckt

Verein zur Lebensmittel-Unterstützung für Bedürftige gründet sich

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Schieder Schwalenberg (uju). Sie wollen etwas Gutes tun: Dieter Holthaus und Bernd Munko haben alles in die Wege geleitet, damit an bedürftige Menschen Lebensmittel ausgegeben werden können, die woanders übrig bleiben. Zu diesem Zweck hat sich jetzt der gemeinnützige Verein "Der Tisch in Schieder-Schwalenberg" gegründet.

Nach den Grundsätzen der bundesweit agierenden Organisation "Die Tafel" soll auch in Schieder-Schwalenberg eine Ausgabestelle für gespendete Lebensmittel geschaffen werden. Ab Mitte Juni haben bedürftige Menschen die Möglichkeit, in ehemaligen Praxisräumen in der Parkallee gegen einen kleinen Obulus Lebensmittel zu bekommen, die sonst auf dem Müll gelandet wären. Bisher mussten Betroffene nach Blomberg fahren - dort gibt es eine Ausgabestelle der ostlippischen "Tafel."

Dieses Angebot haben bisher dreißig bis vierzig Familien aus Schieder-Schwalenberg genutzt, wie die Initiatoren des "Tisches" deutlich machen. Nach einer Erhebung ist die Nachfrage jedoch viel größer: "Ungefähr 350 Bedarfsgemeinschaften mit 700 Menschen gibt es hier," erklärt Bernd Munko. Eine Fahrt nach Blomberg sei nicht für jede Familie problemlos zu organisieren. Deshalb stand die Idee schon längere Zeit im Raum, eine Schiederaner Tafel zu gründen. Nun wird der gemeinnützige Verein aber nicht "Tafel", sondern "Tisch" heißen - und das hat Gründe: Das Konzept der "Tafel" sieht vor, dass es bei Neugründungen zu keiner Konkurrenz mit bereits bestehenden Tafeln kommen darf, der Gebietsschutz soll respektiert werden. Die Vertreter der ostlippischen "Tafel" hätten im Vorfeld Bedenken geäußert: Sie befürchteten, dass man sich bei der Lebensmittelakquise in die Quere kommen könnte. Mit dem Vorschlag, die Schiederaner sollten sich als autonom agierende Gruppe der ostlippischen Tafel anschließen, waren Munko und Holthaus nicht einverstanden: "Da läuft alles über ein Konto," erklärt Dieter Holthaus. "Wenn jemand beispielsweise für Schieder 100 Euro spendet, dann will ich, dass es auch hier ankommt." Um das Projekt zügig auf den Weg zu bringen, entschieden sich die Initiatoren, ihre eigene Organisation zu gründen. "Wir haben mit den Supermärkten gesprochen, da gibt es keine Überschneidungen," sagt Holthaus - zumal überschüssige Lebensmittel nicht an allen Wochentagen von der ostlippischen Tafel abgeholt würden. "Wir wollen kooperieren - sind keine Konkurrenz," erklären die Gründungsväter, "darauf legen wir großen Wert."

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