Detmold. Im Notfall reicht ein Knopfdruck, doch der Hausnotruf von Magdalena Erxleben (85) ist seit Ostersamstag defekt. Ihrem Sohn Reinhold empfahl die Deutsche Telekom, die 85-Jährige doch einfach ins Krankenhaus einzuliefern, solange der Notruf kaputt sei.
Nach LZ-Intervention ist die Leitung seit Freitag wieder in Ordnung. „Wir sind sehr glücklich, dass die Telefonleitung samt Notruf wieder funktioniert“, sagt Reinhold Erxleben. Ohne die Hilfe der LZ hätte es wahrscheinlich noch länger gedauert.
Rückblick: Seit rund drei Jahren hat die pflegebedürftige Mutter des 69-Jährigen einen Hausnotruf, um im Notfall schnell versorgt zu werden. Dieser Notruf läuft über die Telefonleitung der Deutschen Telekom, doch die Leitung war seit Ostersamstag tot. „Da geht einfach nichts mehr“, sagt der 69-Jährige, der fünf Tage nach dem Ausfall die LZ um Hilfe bittet. „Der Notruf ist lebenswichtig für meine Mutter“, sagt Erxleben. Im vergangenen Jahr sei die 85-Jährige zwei Mal gestürzt und nur durch das Drücken der Notruftaste sei ihr schnell geholfen worden.
Seit 2012 fahre er täglich von Diestelbruch nach Detmold, um seiner pflegebedürftigen Mutter unter die Arme zu greifen. „Ich helfe im Haushalt, im Garten und erledige Einkäufe“, sagt Erxleben. Seit dem Ausfall des Notrufs kümmere er sich gemeinsam mit seiner Schwiegertochter fast rund um die Uhr um die Seniorin, so der Ex-Berufskraftfahrer.
Am Ostersamstag sei er mit dem Telefon in einen Detmolder Telekom-Laden gegangen. Hier habe ihm ein Mitarbeiter bestätigt, dass das Telefon funktioniere, aber die Leitung gestört sei, und ihm empfohlen, direkt bei der Störungsannahme anzurufen. Anschließend habe er mehrfach unter einer 0800-Nummer bei der Deutschen Telekom angerufen, doch von Hilfe keine Spur, sagt der Rentner. „Stattdessen haben die mir geraten, meine Mutter im Krankenhaus unterzubringen, solange der Hausnotruf defekt ist“, schimpft Erxleben. Das sei wirklich unverschämt gewesen. „Ich mache mir Sorgen um meine Mutter und muss mir so was anhören“, fügt er hinzu.
Doch auch nach dieser „unpassenden Bemerkung“ habe er mehrmals mit Mitarbeitern der Telekom gesprochen, die ihn immer wieder vertröstet und um Geduld gebeten hätten. „Sie haben mir vorgeschlagen, dass ich für über 100 Euro ein Notrufhandy für meine Mutter kaufen kann“, erklärt Erxleben.
Auf LZ-Anfrage sagte Telekom-Sprecher Christian Fischer: „Der Mitarbeiter am Telefon hätte einfühlsamer reagieren können, das tut uns leid.“ Offensichtlich sei ein Kabel defekt, daher sei die Telefonleitung gestört. „Dies sind die Auswirkungen des Sturms Niklas“, so Fischer. Das Unternehmen bemühe sich um eine schnelle Reparatur, werde sich auch mit Blumenstrauß und Karte bei der 85-Jährigen entschuldigen sowie ein Notrufhandy, falls nötig, kostenlos zur Verfügung stellen. Und einen Tag später funktionierte die Leitung auch wieder. „Ich will keine Entschuldigung und auch kein Notrufhandy mehr, sondern bin froh, dass die Leitung wieder funktioniert und meine Mutter wieder sicher ist“, freut sich Erxleben.