Erste legale Downhill-Strecke in OWL eröffnet

André Gallisch

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Über Stock und Stein: Die Detmolder Downhill-Biker David Mittermeier (vorn) und Fabian Schefers gehören zu den Ersten, die die Strecke am Hermann nach der offiziellen Einweihung ausprobieren. - © André Gallisch
Über Stock und Stein: Die Detmolder Downhill-Biker David Mittermeier (vorn) und Fabian Schefers gehören zu den Ersten, die die Strecke am Hermann nach der offiziellen Einweihung ausprobieren. (© André Gallisch)

Detmold-Hiddesen. Verkehrte Welt: Für die lippischen Downhill-Fahrer geht es jetzt erst einmal aufwärts. Am Wochenende wurde die erste legale Downhill-Strecke in ganz Ostwestfalen-Lippe am Fuße des Hermannsdenkmals eröffnet. Dabei scheinen Landesverband Lippe, Kreis Lippe und der Verein Bike Sport Lippe einen Pakt mit Weitblick geschlossen zu haben.

„Wir haben hier gemeinsam etwas geschaffen, was Vorbildcharakter hat", betonte Verbandsvorsteherin Anke Peithmann. Immerhin sei es gelungen, in sehr kurzer Zeit eine Verständigung und anschließende Umsetzung dieses Projekt zu erreichen. Etwa zwei Jahre, so Uwe Seidel, Vorsitzender von Bike Sport Lippe, habe dies gedauert: „Andere brauchen da 20 Jahre." Und auch Peithmann konnte sich einen kleinen Seitenhieb auf die „Nachbarschaft" nicht verkneifen: „Ich bin überzeugt, dass dies über einige Zeit noch die einzige legale Downhill-Strecke in OWL bleibt."

Das sah Uwe Seidel, Vorsitzender von Bike Sport Lippe, ähnlich: „In Bielefeld versuchen sie es schon seit längerer Zeit – aber sie bekommen es nicht hin." Er selbst freute sich, dass der Landesverband Lippe die 750 Meter lange Strecke Forstweg vom Bismarckstein am Hermannsdenkmal bis hinab ins Heidental zur Verfügung gestellt habe. Ebenso dankte er der sehr rasch erfolgten Zustimmung der Genehmigungsbehörden (Untere Landschaftsbehörde, Landesbetrieb Wald und Holz NRW).

Der von Peithmann betonte Vorbildcharakter gelte aber nicht allein für die Strecke an sich. Denn auch die Zusammenarbeit zwischen Landesverband Lippe und Bike Sport Lippe könne so gewertet werden. „Ein gelungenes Beispiel für eine öffentlich-private Kooperation", waren sich Seidel und Peithmann einig.

Landrat Dr. Axel Lehmann sah darin ebenfalls eine herausragende Leistung, nach Jahren rechtlicher Unsicherheiten den Downhill-Fahrern nun eine legale Stecke zur Verfügung stellen zu können. Darüber hinaus: „Dies ist ein großer Pluspunkt für den Kreis Lippe und eine äußerst wichtige Ergänzung im Freizeit- und Tourismus-Angebot der Region."

Gleichzeitig lobten Dr. Lehmann und Peithmann das Engagement der Mitglieder des Bike Sports Lippe: „Es ist nicht selbstverständlich, dass ein ehrenamtlicher Verein Vertragspartner wird, die Strecke künftig betreibt und die Verkehrssicherungspflicht übernimmt." Uwe Seidel sagte, dass die Downhillstrecke auf dem vom Landesverband zur Verfügung gestellten Forstweg allen Mountainbikern zur Verfügung stehe. Gleichwohl erinnerte er daran, dass lediglich die Mitglieder des Bike Sports Lippe bei der Nutzung über den Verein versichert seien: „Alle anderen fahren auf eigenes Risiko."

Am Hermann bewegt sich was
Kommentar von LZ-Redakteur Sven Koch
Im Rückblick muss man sagen: Es ist schon bemerkenswert, was aus dem anfänglichen Stress mit dem Downhillfahren am Hermann entstanden ist. Erst gab es gewaltigen Stunk, weil die zumeist Jugendlichen wild durch die Gegend fuhren und sich illegale Pisten anlegten, die von der Forstabteilung dann abgeräumt wurden. Schließlich setzten sich die Downhillfahrer für ihr Hobby ein und wiesen darauf hin, dass der Sport durchaus zahlreiche Anhänger hat und viele Menschen an den Hermann bringt.

Bis es nun eine legale Piste gibt, gut, das hat ein wenig gedauert – aber die Mühlen von Politik und Verwaltungen mahlen langsam, zumal viele Absprachen getroffen werden mussten. Der Vorgang zeigt auf: Wenn sich Jugendliche für etwas einsetzen, das ihnen wirklich am Herzen liegt, dann stoßen sie auf offene Ohren und es wird nach gemeinsamen Wegen gesucht. Im Fall der Downhillstrecke wurde einer gefunden. Solche legalen Pisten muss man in NRW mit der Lupe suchen – am Hermann bewegt sich was. Das Beispiel kann ein Zeichen gegen Politikverdrossenheit setzen, denn es zeigt: Wenn man den Mund aufmacht, dann geht auch was.

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