Maden in der Suppe: Detmolder Restaurant-Inhaber steht vor Gericht

Janet König

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- © Symbolbild: Pixabay
Suppe (© Symbolbild: Pixabay)

Detmold. Ekelerregende Zustände: Ein Detmolder Restaurant-Betreiber muss sich demnächst vor Gericht verantworten, weil es gravierende Verstöße gegen die Lebensmittel-Hygiene in seinem Lokal gegeben hat. Gäste entdeckten bei einem Restaurantbesuch im Juni Maden in ihrer Suppe. Der Restaurantbetrieb ist nach Angaben des Amtsgerichtsdirektors Michael Wölfinger noch nicht eingestellt worden.

Die Staatsanwaltschaft Detmold legt dem Angeklagten zur Last, als Inhaber eines Restaurants in Detmold wiederholt gesundheitsschädliche Lebensmittel in den Verkehr gebracht zu haben. Nachdem im Juni Kunden in ihrer Suppe Maden entdeckten, kontrollierten tags darauf Mitarbeiter des Kreises den Betrieb. Dabei wurden gravierende hygienische und bauliche Mängel im Restaurant festgestellt, heißt es in der Mitteilung des Amtsgerichtes.

"Es seien starke Verunreinigungen auf Arbeitsflächen und -geräten gefunden worden. Im Kühlhaus seien Lebensmittel aufbewahrt worden, deren Verbrauchsdatum bereits um sechs Wochen überschritten gewesen sei", heißt es.

Außerdem stellten die Mitarbeiter Schimmelbefall auf Fleischwaren fest. Es seien insgesamt 197 Kilogramm für den Verzehr durch Menschen ungeeignete Lebensmittel aufgefunden worden, die durch den Inhaber entsorgt werden mussten, heißt es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschft.

Bei einer Verurteilung drohen dem Inhaber neben eines Bußgeldes von mindestens 350 Euro und bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe. Über eine mögliche Schließung des Restaurans entscheidet hingegen nicht das Gericht. "Das ist Sache des Kreises", sagt Michael Wölfinger.

Um welches Restaurant es sich genau handelt, ist bisher nicht offziell bekanntgegeben worden. Die Verhandlung gegen den Detmolder Inhaber beginnt am Freitag,
14. Dezember, um 10 Uhr, im Saal 104 am Detmolder Amtsgericht.

Transparenz im Internet

Nicht jede Lebensmittelkontrolle ist öffentlich einsehbar. Bei großen Verstößen werden die Überwachungsergebnisse jedoch auf der Homepage des Landesamts für Natur- Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen veröffentlicht. Die sogenannte Lebensmitteltransparenz dient dazu, die Gesundheit der Verbraucher zu schützen. Ergebnisse werden unter anderem veröffentlicht, wenn hygienische Anforderungen nicht eingehalten werden und Bußgelder von mindestens 350 Euro zu erwarten sind. Der Nutzer kann über die Suche alle Ergebnisse für die jeweilige Postleitzahl aufrufen.

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