Fall Lügde: Staatsanwaltschaft akzeptiert Urteil gegen Heiko V. nicht

Erol Kamisli und Janet König

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Die Detmolder Staatsanwaltschaft. - © Bernhard Preuss
Die Detmolder Staatsanwaltschaft. (© Bernhard Preuss)

Detmold. Die Detmolder Staatsanwaltschaft hat Revision gegen das Urteil der Jugendschutzkammer eingelegt. Am Mittwoch war Heiko V. zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe wegen Anstiftung und Beihilfe zu schweren Missbrauchs verurteilt worden. „Wir wollen das Urteil überprüfen lassen", sagt Johanna Dämmig, Sprecherin der Detmolder Staatsanwaltschaft. Die Staatsanwältinnen Helena Werpup und Jacqueline Kleine-Flaßbeck hatten zwei Jahre und neun Monate Haft für Heiko V. gefordert.

Landgerichtssprecherin Melanie Rüter war die Entscheidung der Staatsawanwaltschaft bisher nicht bekannt. Als nächste müsse diese ihre Revision schriftlich begründen, dies sei das übliche Prozedere. Am Ende entscheide dann der Bundesgerichtshof in Karlsruhe, ob das Urteil aufgehoben und der Fall neu verhandelt werde. "Das kann einige Zeit dauern", sagt Rüter.

Opferanwältin Zeliha Evlice, die eine heute 19-Jährige als Nebenklägerin vertritt, will sich der Revision anschließen. „Meine Mandantin ist erleichtert, dass die Staatsanwaltschaft diesen Schritt macht. Sie hat sich seit der Urteilsverkündung gefragt, ob man dagegen nichts machen kann."

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Verfahren eingestellt


Parallel hat das Detmolder Amtsgericht am Donnerstagvormittag das Verfahren gegen einen 23-Jährigen eingestellt, der selbst Opfer von Mario S. geworden sein soll. Der junge Mann stand unter dem Verdacht, als 16-Jähriger einen unter 14-Jährigen sexuell missbraucht zu haben. Eingestellt wurde das Verfahren unter anderem, weil der Vorwurf mehrere Jahre zurückliegt und der Angeklagte zum Tatzeitpunkt selbst Missbrauchsopfer im Fall Lügde war. "Mario S. soll ihn dazu aufgefordert haben", sagte sein Anwalt Christian Thüner. Zudem sei der 23-Jährige seitdem nicht mehr auffällig geworden.

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