Detmold. Aus einer Bierlaune heraus zum Konzertmanager: Vor rund 20 Jahren entschied sich der Detmolder Jörg Hampe zusammen mit seinem Kumpel Steve Schirlau, den Detmolder Kaiserkeller zu übernehmen. Durch ihre Hand ist die Musikkneipe zu einem echten Treffpunkt für Freunde gepflegter Livemusik geworden, der heute aus dem Detmolder Nachtleben nicht mehr wegzudenken ist. „Als wir uns eines Abends dort auf ein Bier getroffen hatten, bot der Vorbesitzer Steve spontan an, den Kaiserkeller zu übernehmen. Der hat nicht lange gezögert und gleich zugestimmt. Dann hat Steve mich gefragt, ob ich bei dem Projekt nicht auch mitmachen wollte", erinnert sich Hampe. Auch für ihn war die Sache schnell klar. Hampe kannte den Kaiserkeller bereits durch seinen Beruf als Grafikdesigner; erstellte immer mal wieder Flyer und Plakate für die dort anstehenden Konzerte. „Ein paar mal standen wir auch selbst mit unserer Band dort auf der Bühne." Eine Bluestruppe mit Schirlau an der Mundharmonika und Hampe am Bass. Auch Arne Hörster alias Fatman Arne war mit dabei, ebenso wie Gerold Meerkötter, der sich noch heute um die Tontechnik kümmert. Sie alle packten nach der Übernahme des Kellers kräftig mit an. „Bevor wir den Laden übernommen hatten, waren wir selbst Stammgäste dort. Wir haben dann die ganze Arbeit ehrenamtlich gestemmt." Dank ihrer Liebe zur Musik entwickelte sich der Kaiserkeller durch Hampe, Schirlau und die übrigen Mitstreiter langsam aber stetig zu der Musikkneipe, die sie heute ist. Hampe selbst zeigt sich besonders für die Künstlerakquise verantwortlich und organisiert seit jeher die Konzertabende im „Keller". Eine Detmolder Bluesharp-Ikone machte den Anfang „Wir waren ja selbst alle rege Konzert- und Festivalgänger und kamen dadurch mit etlichen Bands und Künstlern ins Gespräch. Von denen konnten wir einige später dann zu uns nach Detmold holen." In der Anfangszeit vor 20 Jahren gaben sich bereits Namen wie die „Intercity Blues Band" oder die Detmolder Bluesharp-Ikone Dieter Kropp die Ehre auf der Kaiserkeller-Bühne. „Das waren für uns Blueser echte Vorbilder", verrät Hampe. Da sie die Leute jedoch ausschließlich mit Bluesmusik irgendwann nicht mehr vor dem Ofen haben weglocken können, kamen mit der Zeit weitere abwechslungsreiche Formate hinzu. So habe man vor knapp 15 Jahren Musiker und Dozenten der Hochschule für Musik für die Combo-Nächte gewinnen können. Hampe: „Wir hatten sogar schon den ein oder anderen Opernsänger da." Außerdem organisiert mit Marc Oliver Schuster ein weiterer Musikkneipen-Stammgast seit Jahren die beliebten Poetry Slam-Abende „Cup der guten Worte" und erfand zugleich das angesagte „Kneipen-Quiz". In Zusammenarbeit mit der LZ gab es in der mehrjährigen Reihe „LZ-Verstärker" außerdem diverse Konzerte mit lippischen Nachwuchsbands am Detmolder Bahnhof. Kommt Helge Schneider erneut nach Detmold? Mit der Zeit standen in der Hermannstraße immer größere Namen am Mikrofon. Highlights für Hampe waren etwa die Gastauftritte von Hannes Bauer, Memo Gonzalez & The Bluescasters oder eine Session von „Bluesman" Larry Garner, der sich wegen eines Schneesturms zu einem heimeligen Konzertabend entwickelte: „Es kamen nur leidenschaftliche Musikfans, die zu Fuß die Kneipe erreichen konnten. Ein toller Abend", so Hampe. Für sein herausragendes Konzertprogramm wurden die Kaiserkeller-Macher im vergangenen Jahr mit dem mit 20.000 Euro dotierten Spielstättenpreis „Applaus 2018" ausgezeichnet – es ist nicht der erste Preis, den die Macher für ihr Engagament erhalten. Jörg Hampes Traum für die Zukunft: „Einmal noch Helge Schneider nach Detmold zu holen. Im Kaiserkeller ist es ihm aber wohl zu klein. Vielleicht klappt es ja in der Stadthalle", sagt der neue Leiter der Detmolder Stadthallen GmbH.