Detmolder Weißkopfseeadler verirrt sich bis nach Dänemark

Julia Kube

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- © Benjamin Aschmann
Weißkopfseeadler on Tour (© Benjamin Aschmann)

Detmold-Berlebeck/Dänermark. Die Adlerwarte in Berlebeck ist bekannt für ihre großen Vögel und Flugshows. Weißkopfseeadler Lincoln ist nun etwas über das Ziel hinausgeschossen. Der Jungvogel wohnt ebenfalls auf der Adlerwarte – eigentlich, denn er hat sich verflogen. Weit über den Kreis Lippe hinaus ist Lincoln in Dänemark gesichtet worden. Dort wurde der Adler in eine Falknerei, ähnlich wie der in Berlebeck, gebracht.

150 Tage alt

Lincoln ist erst 150 Tage alt und somit noch ein junger Kollege. Er wurde nach dem 16. Präsident der Vereinigten Staaten, Abraham Lincoln, benannt. Falkner Benjamin Aschmann von der Adlerwarte Berlebeck machte sich am Dienstag sofort auf den Weg, um seinen tierischen Kollegen wieder zurück in die Heimat zu bringen, als er von dem Fund in Dänemark erfuhr. „Bei Jungvögeln kann es ab und zu mal vorkommen, dass sie sich verfliegen und die Orientierung verlieren, wenn sie die Adlerwarte nicht mehr im Blick haben", sagt Aschmann. Wenigstens sei Licoln gut in der dänischen Falknerei aufgenommen worden und nicht woanders gelandet. Dann wäre es sicherlich schwerer geworden, ihn wiederzufinden, so Aschmann.

Trip nach Dänemark eher selten

Der Weißkopfseeadler ist noch nicht lange Bewohner der Adlerwarte. „Er ist auch nicht bei uns geschlüpft, sondern bei einem Kollegen von mir. Dadurch kann so etwas schnell mal passieren", erklärt Aschmann. Oft komme es auch vor, dass sich Vögel zwischen Hannover und Hamburg verirren. Sie können dann aber schnell aufgefunden und zurück in die Heimat gebracht werden. Dass aber ein Vogel so weit weg geflogen ist, komme schon eher selten vor. Trotzdem zeigt sich der Falkner optimistisch: „Der Vogel ist topfit und sehr jung. Das hält er gut aus."

Aber ist die lange Rückfahrt nicht stressig für das Tier? „Das ist kein Stress für ihn. Es ist alltäglich", meint Aschmann. Die Vögel würden gut trainiert und auf solche Situationen vorbereitet werden. „Es ist, wie wenn man mit einem Hund Auto fährt", ergänzt Aschmann. Der Jungvogel wird in einer Transportbox im Auto mitgenommen. Aschmann will am Mittwochabend samt Weißkopfseeadler wieder zurück sein.

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