Versuchter Mord? 66-Jähriger soll fixierten Mitpatienten im GPZ angezündet haben

Janet König und Erol Kamisli

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Schon der zweite Prozess in kürzester Zeit, bei dem das Gemeindepsychiatrische Zentrum als Tatort eine Rolle spielt.      - © Bernhard Preuss
Schon der zweite Prozess in kürzester Zeit, bei dem das Gemeindepsychiatrische Zentrum als Tatort eine Rolle spielt.      (© Bernhard Preuss)

Detmold. Ein 66-Jähriger soll laut Vorwurf der Staatsanwaltschaft versucht haben, einen Mitpatienten im Gemeindepsychiatrischen Zentrum (GPZ) auf grausamste Weise zu töten. Der Detmolder muss sich daher kommende Woche wegen versuchten Mordes vor dem Detmolder Landgericht verantworten.

Die Tat soll sich am 29- September 2019 auf der Isolierstation des GPZ ereignet haben. Dem 66-Jährigen wird vorgeworfen, sich in das Nachbarzimmer geschlichen und das Fußende des Bettes, auf dem der Mitpatient fixiert war, mit einem Feuerzeug angezündet zu haben. „Dabei hat er in Kauf genommen, dass der Mann vor dem Tod schwerste Schmerzen erleidet und das Zimmer ausbrennt und zerstört wird", sagt Oberstaatsanwalt Imig.

Zum Glück  sei der Mitpatient jedoch von mehreren Pflegerinnen gerettet worden, wobei er zu diesem Zeitpunkt bereits Verbrennungen zweiten Grades an  beiden Beinen und eine schwere Rauchgasintoxikation erlitten habe. Auch die Pflegerinnen hätten sich Verbrennungen sowie Rauchintoxikationen zugezogen, teilt das Landgericht mit.

Die Staatsanwaltschaft werte dies als versuchten Mord in Tateinheit mit versuchter besonders schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung. Die Verhandlung findet am Dienstag, 10. März, um 9 Uhr vor der 1. Strafkammer des Landgerichts statt.

Erst vor wenigen Wochen war ein weiterer Fall von versuchten Totschlags durch Brandstiftung im GPZ vor dem Landgericht verhandelt worden. Die 32-Jährige Patientin soll unter Wahnvorstellungen gelitten und an mehreren Stellen im GPZ Feuer gelegt haben. Ein Urteil steht noch aus, die 32-Jährige gilt als schuldunfähig.

Doch warum dürfen GPZ-Patienten, die im geschlossen Bereich oder in der Isolierstation untergebracht sind überhaupt Feuerzeuge besitzen? „Wir können die Feuerzeuge nur verbieten, wenn die Menschen zwangseingewiesen werden, sonst nicht", erklärt Karl Eitel-John, Geschäftsführer des GPZ.

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