"Tatort Detmold" - Stadt startet eine Kampagne gegen den Müll

Sven Koch

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Bürgermeister Frank Hilker (links) zeigt eine der City-Cards, die mit Motto-Sprüchen bedruckt sind. Der Inhalt der Skulptur stammt aus Detmolder Straßengräben. Frank Heuman von der Stadtreinigung sammelt immer mehr Masken ein: 40 Stück pro Schicht. - © Sven Koch
Bürgermeister Frank Hilker (links) zeigt eine der City-Cards, die mit Motto-Sprüchen bedruckt sind. Der Inhalt der Skulptur stammt aus Detmolder Straßengräben. Frank Heuman von der Stadtreinigung sammelt immer mehr Masken ein: 40 Stück pro Schicht. (© Sven Koch)

Detmold. Jeden Monat 3,5 Tonnen wilder Müll, dazu immer mehr Masken, 40 Stück pro Schicht – so geht es zu am „Tatort: Detmold“. Und das soll sich ändern. Heute startet die Stadt die bereits 2019 geplante Kampagne gegen die Vermüllung der Stadt und der Ortsteile und für mehr Sensibilität bei den Bürgern.

„Wir haben den Start bewusst gewählt“, erklärt Bürgermeister Frank Hilker. „In Corona-Zeiten verzeichnen wir überall deutlich mehr Abfall.“ Außerdem könnten zurzeit nicht die Müllsammelaktionen von Schulklassen und Vereinen umgesetzt werden, die sonst im Frühjahr anstehen.

Eigentlich hatte die Kampagne bereits 2020 umgesetzt werden sollen. Hier machte Corona der Stadt allerdings einen Strich durch die Rechnung. Das Projekt wurde verschoben und konnte nicht mit einem Aktionstag, der geplant war, begonnen werden. Es schließt an andere Sauberkeits-Kampagnen aus der Vergangenheit an.

Plakate werben für die Aktion

Am heutigen Samstag, 8. Mai, geht es nun unter dem Titel „Tatort: Detmold“ los. Die Verwaltung weist an diversen Stellen in der Innenstadt und den Ortsteilen auf Tatorte hin und appelliert an alle Detmolderinnen und Detmolder: „Eine saubere Stadt fängt bei dir an.“ Dazu werden Banner an den Einfallstraßen aufgehängt. Sie sind alle wiederverwendbar. Es gibt Plakate in der Innenstadt und in den Ortsteilen sowie mobile Banner an fünf Standorten. Weiter sollen kleinere Tatorte in der Innenstadt mit Fähnchen markiert werden. Es sind außerdem Banner auf dem Schloßplatz als Symbol für die Grünanlagen in der gesamten Stadt vorgesehen. Alle eingesetzten Mittel sind umweltfreundlich hergestellt.

Im Sommer werden neue Aufkleber für die Dog-Stations folgen. Es gibt Citycards – Postkarten mit Mottos wie „Knapp vorbei ist voll daneben oder „Im Zweifel für die Tonne“. Die sollen auch in der Gastronomie ausgelegt werden, wenn diese wieder öffnen darf. Zudem schwebt der Stadt vor, markante Orte herauszuheben und zum Beispiel den Donop-Brunnen mit einem Polizei-artigen Flatterband als Tatort zu markieren: Er wird regelmäßig verschmutzt. Zwei Müll-Skulpturen werden aufgestellt. Eine findet sich am Bruchberg wieder, eine andere soll bei Blume 2000 stehen. Der Behälter am Bruchberg zieht schon beim Presse-Termin viele Blicke und Aufmerksamkeit auf sich. Die Behälter sind ausschließlich mit Abfall gefüllt, der in Detmold aus den Straßengräben oder anderen Ablageorten gefischt worden ist.

„Wir haben die Kampagne extra als Tatort bezeichnet, weil verdeutlicht werden soll, dass es sich um keine Kavaliersdelikte handelt“, erklärt Bürgermeister Frank Hilker. Er hoffe, dass sich jeder Einzelne in Detmold für die Sauberkeit verantwortlich fühle. Das gelte auch für Hundehaufen: „Verantwortlich dafür ist immer das Herrchen oder das Frauchen – nicht der Hund.“

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