Detmold. Die andauernde Pandemie hat es der Drogenberatung Lippe alles andere als leicht gemacht, das zeigt der Jahresbericht, der kürzlich im Jugendhilfeausschuss vorgestellt wurde und der LZ vorliegt. Darin beschreibt das Team pandemiebedingte Hürden ihrer täglichen Arbeit. Nicht bloß für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei es schwer gewesen, vor allem die zu betreuenden Klientinnen und Klienten habe die Situation belastet. Laut Jahresbericht ist die Drogenberatung Lippe für alle Sozialräume in Detmold zuständig. Grundsätzlich teile sich das „Projekt Streetwork" in zwei Tätigkeitsbereiche. Dazu zähle das niedrigschwellige Angebot im Lustgarten mit angeschlossener „Streetworksprechstunde" genauso wie die mobile Jugendarbeit für suchtgefährdete Jugendliche im Stadtgebiet.Im Streetworkbereich ist das Team laut Jahresbericht 2021 mit 3522 Menschen in Kontakt getreten. Das seien 182 Menschen mehr als im Vorjahr. 76 Prozent der Klientinnen und Klienten sind 28 Jahre oder älter, heißt es. 15 Prozent sind zwischen 19 und 27 Jahren alt, nur ein geringer Teil mit etwa neun Prozent komme auf 14 bis 18 Lebensjahre. Die prozentuale Altersverteilung sei nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Laut Bericht ist das Geschlechterverhältnis zu 84 Prozent überwiegend männlich geprägt. Unvorhergesehene Probleme Als Extrembeispiel für die pandemischen Folgen geht der Jahresbericht daneben detailliert auf die Quarantänesituation in der Herberge zur Heimat im März 2021 ein. Denn diese habe das Team vor unvorhergesehene Problematiken gestellt. Klientinnen und Klienten seien damals nach diversen positiven Schnelltests unter Quarantäne gestellt worden und hätten auch mit Alkohol und Methadon versorgt werden müssen. Die Mehrzahl der Bewohnerinnen und Bewohner in der Unterkunft sei suchtmittelabhängig, weshalb das Team der Drogenberatung schnell auf die Situation habe reagieren müssen. Kurzfristig habe sich damals die Detmolder Praxis Faust/Ferikidis bereit erklärt, die betroffenen Personen in der Herberge in die medizinische Praxisversorgung aufzunehmen. Fünf Personen seien mit Substitutionsmitteln eingestellt beziehungsweise mit Benzodiazepinen versorgt worden. Die Drogenberatung stellt in diesem Zusammenhang auch die enge Zusammenarbeit mit dem Sozialamt und Ordnungsamt der Stadt Detmold heraus, die sich seitdem in regelmäßigen Austauschtreffen fortsetze. Der Schock im vergangenen März hielt aber glücklicherweise nicht lange: Laut Jahresbericht stellte sich beim PCR-Test heraus, dass alle vorherigen Schnelltests falsch positiv waren und die Quarantäne demnach nach drei Tagen beendet werden konnte. Laut Bericht habe niemand versucht, sich den Maßnahmen zu widersetzen. Alle Betroffenen hätten äußerst verständnisvoll reagiert. Die existenziellen Notlage der Klientel durch die Pandemie habe sich vergangenes Jahr verschärft, heißt es im Bericht. Die Drogenberatung geht davon aus, dass diese auch das Jahr 2022 weiter begleitet. Um dem entgegenzuwirken, sollen Betroffenen möglichst engmaschig begleitet werden. Mit Klientinnen und Klienten der offenen Drogenszene im Lustgarten seien dieses Jahr darüber hinaus verschiedene Freizeitangebote geplant. Auch die Beratungen sollen ausgeweitet werden.